Emmerich: Lebendige Innenstädte sind das Ziel

Emmerich: Lebendige Innenstädte sind das Ziel

"Gründerland Kreis Kleve - Ideen finden ihr Zuhause": Auf dem Fahrgastschiff "Germania" ging in Emmerich am Rhein die nächste Gesprächsrunde über die Bühne. Der örtliche Handel braucht junge Ideen war das Thema.

Im Rahmen der kreisweiten Veranstaltungsreihe "Gründerland Kreis Kleve - Ideen finden ihr Zuhause" lud die Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve am Dienstag zu einer Gesprächsrunde auf das Fahrgastschiff "Germania" ein. "Gründergeist wecken - Potenziale bewegen: Der örtliche Handel braucht junge Ideen" - war das Thema der sechsten Veranstaltung. "Am Beispiel Emmerichs möchten wir darstellen, dass Stadt und Handel auf unterschiedlichen Ebenen letztlich ein gemeinsames Ziel verfolgen: eine lebendige und attraktive Innenstadt", sagte Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers, der die Gäste begrüßte. Der Niederrhein sei die drittstärkste Gründerregion in NRW, auch wenn die Anzahl an Neugründungen im letzten Jahr etwas geschwächelt habe, so Kuypers. Outlet-Factorys seien kein Thema hier. "Wir haben keine Resonanz von 2,5 Millionen Besuchern. Wir müssen andere Diskussionen führen, um dem örtlichen Handel eine gute Chance zu bieten."

Zahlreiche Zuhörer verfolgten auf dem Fahrgastschiff "Germania" die angeregte Diskussion im Podium. Foto: Stade Klaus-Dieter

Die Probleme, die der Einzelhandel in Emmerich hat, seien kein Einzelfall, sagte Bürgermeister Peter Hinze. "Der örtliche Handel braucht junge Ideen. Neugründungen brauchen Mut und die Unterstützung von Wirtschaftsförderung und Stadt." Nur Hand in Hand könne man Erfolg haben.

Jan-Frens Bergman, Vorsitzender der Emmericher Werbegemeinschaft (EWG), Jens Bartel, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, Sascha Terörde, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-Gesellschaft Emmerich, und Dieter Jungfer vom Einzelhandelsverband Kreis Kleve diskutierten darüber, wie der Handlungsspielraum in Emmerich aussieht. Christoph Kepser moderierte. Bartel erläuterte das im letzten Jahr beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2025 (ISEK), das Richtlinien für die Innenstadt festlegt. "Dadurch wird die Stadt auch in die Lage versetzt, Geld in die Hand zu nehmen, um Ideen umzusetzen."

Seit 2005 gibt es zudem das Einzelhandelskonzept, das jetzt fortgeschrieben wurde. "Hier steht, was man an einem Standort darf und was nicht", so Bartel. "ISEK muss jetzt umgesetzt werden", sagte Terörde. "Da sind wir gerade in der Konkretisierung." So wolle man beispielsweise einen "Citymanager" als Ansprechpartner für Einzelhändler installieren. Die finanziellen Mittel kommen vom Land. "Da sind wir in der Zwickmühle. Wir dürfen keine Maßnahmen beginnen, bevor diese Fördergelder nicht zugesagt wurden", erklärte Bartel. "Wenn alle Pläne, die in der Zeitung stehen - wie Neumarkt, Geistmarkt und ISEK - zu 75 Prozent umgesetzt werden, dann haben wir hier in Emmerich eine blühende Landschaft", sagte Jan-Frens Bergman. Dieter Jungfer stellte eine neue Idee des Verbandes vor: Man wolle von allen 16 Kommunen je einen Händler an den runden Tisch bringen.

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Weitere Themen der Diskussionsrunde waren die Gestaltungssatzung, der geplante Immobilienfonds, die Maut und die Informationsmöglichkeiten für Neugründer. "Hier gibt es Seminare bei der IHK, Startercenter geben professionelle Hilfe", erklärte Terörde.

Zwei Einzelhändler stellten ihre Erfolgsstory vor. Malgorzata Schabe betreibt seit 2014 zwei Geschäfte für polnische und schlesische Spezialitäten in Emmerich und eines in Kleve. "Man muss für eine Neugründung etwas suchen, was noch nicht da war", sagt sie. Ihre Geschäfte laufen gut, sie möchte sich weiter entwickeln und auch Geschäfte in Bocholt und Wesel eröffnen. "Und in weiterer Zukunft möchte ich auch ein polnisches Restaurant an der Rheinpromenade eröffnen", so die agile Geschäftsfrau, die den Tipp gab, immer ein Ohr für die eigenen Mitarbeiter zu haben. "Sie sind nämlich das A und O eines gut laufenden Geschäftes."

Auch Michael Terstegen, Geschäftsführer und Gesellschafter der Alexander Herrenmoden, hat neben Emmerich noch weitere Filialen. 1991 begann er in Rees. Er setzt neben den Geschäften auch auf den Online-Handel. "Online kaufen ist nicht nur eine Preisfrage, es hat auch damit zu tun, ob Teile vor Ort auch verfügbar sind", erklärte Terstegen. Beides sei miteinander verzahnt: So mancher bestellt sich Sachen online in den Laden, um sie dort anzuprobieren. "Wir machen Wachstum mit beiden Bereichen", so Michael Terstegen.

(RP)