Rees: Laser zeigt: Der Turm ist schief

Rees: Laser zeigt: Der Turm ist schief

Messungen haben jetzt bestätigt, dass der kleine Turm auf der evangelischen Kirche Haldern geneigt ist. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, welche Ursache das langsame Absacken hat.

Im Laufe der Zeit war es immer mehr Gemeindegliedern aufgefallen und auch Pfarrer Hans-Gerd Spörkel hatte immer mehr den Eindruck: "Unser Kirchturm ist schief." Daraufhin hatte sich ein Experte bereits einen Eindruck an Ort und Stelle verschafft. Architekt Ulrich Kortmann hatte sich das Dach von innen angesehen, doch um die exakte Neigung bestimmen zu können, waren weitere Messungen nötig. Die sind jetzt per Laser erfolgt und zeigen: Die Neigung des kleinen Türmchens beträgt genau elf Zentimeter.

Aufmerksamen Beobachtern fällt die Neigung auf. Der schiefe Turm von Haldern ragt ein wenig Richtung Bahnlinie. Der Grad der Neigung ist jetzt bestimmt, was noch offen ist, sind die Ursache und die Konsequenzen daraus. "Daher wird es noch weitere Untersuchungen geben", sagt Spörkel.

Was ist bei Sturm ?

Vor allem soll geklärt werden, ob eine akute Gefährdung von dem schiefen Türmchen ausgeht. "Bisher hat der Architekt die Kirche noch nicht geschlossen. Die Neigung ist noch im vertretbaren Rahmen, allerdings müssen wir das genau im Auge behalten", sagt der Pastor. Vor allem muss abgeklärt werden, ob die Gefahr besteht, dass der Turm bei extremer Witterung und Sturm noch weiter kippt.

  • Rees : Laser soll Neigung des Kirchturms ermitteln

Gesucht werden soll auch nach der Ursache für die Neigung. Dazu ist im Gespräch, auch den Boden unter die Lupe zu nehmen, um zu überprüfen, ob es da Absenkungen oder Risse gibt. Zu möglichen Ursachen könne derzeit noch nichts gesagt werden. Da die Kirche nur wenige Meter von der Bahnlinie entfernt liegt, vermutet mancher bereits Auswirkungen der Betuwe-Route auf die Bausubstanz. Doch das ist für Pfarrer Spörkel derzeit ebenso reine Spekulation wie die Mutmaßung, dass die Auskiesungen in der Umgebung mit der Neigung in Zusammenhang stehen könnten.

Für die Gemeinde stellt sich die Frage, welche Konsequenzen aus der Situation gezogen werden. Derzeit läuft die Visitation der Gemeinden durch den Kirchenkreis. Dabei wird sich ein Bild vor Ort gemacht. Ende April gibt es dazu ein Abschlussgespräch. Für Pfarrer Spörkel wäre das eine gute Gelegenheit, auch das Thema "Kirchturm" konkret anzusprechen.

"Ich hoffe, dass wir bis dahin die Ursache kennen und ungefähr die Kosten abschätzen können", sagt Spörkel. Denn die Finanzierung der Sanierung wird der Knackpunkt werden. Bereits jetzt steht fest: Geld, um eine solche Maßnahme selbst zu stemmen, hat die Halderner Gemeinde nicht. Sie ist auf Unterstützung vom Kirchenkreis angewiesen.

(RP)