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Emmerich: Lange Leitung beim ärztlichen Notdienst

Emmerich : Lange Leitung beim ärztlichen Notdienst

Die Probleme beim Notarzteinsatz im ländlichen Raum haben bekanntlich für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Doch offenbar hakt es teilweise auch beim ärztlichen Notdienst. Das ist der Dienst, der über die ärztliche Notrufnummer außerhalb der üblichen Sprechzeiten zu erreichen ist. "Aber wer da anruft, muss sich eventuell auf eine lange Wartezeit einstellen", kritisiert Petra Herbst vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen aus Haldern.

Ein jüngster Vorfall hat bei ihr wieder für reichlich Ärger gesorgt. Nach einem Sterbefall am Ostersonntag hatte sie versucht einen Arzt zu bekommen, der den Totenschein ausstellen konnte. Über die ihr bekannte Handynummer erreichte sie den Hausarzt des Verstorbenen, der aber unabkömmlich war, weil er gerade als Notarzt Einsatz auf dem Rettungswagen hatte. Er riet der Haldernerin daher, den ärztliche Notdienst anzurufen.

Das tat Petra Herbst auch, landete bei ihrem Anruf im Notdienst für "Rees-Stadt" und bekam dort die Auskunft, man sei für Haldern nicht zuständig, sie solle die Nummer für "Rees-Land" anrufen. Also wählte sie erneut. "Es klingelte und klingelte, niemand nahm ab, bis schließlich die Verbindung abbrach", berichtet Petra Herbst.

Das sei ein Unding. Wenn jemand einen Notdienst erreichen wolle, müsse die zuständige Praxis doch auch ans Telefon gehen. "In meinem Fall war es nicht so schlimm, weil es ja um einen Totenschein ging, aber es kann doch nicht sein, dass der Notdienst nicht zu erreichen ist." Der Vorfall war Anlass für Petra Herbst, sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung zu beschweren. Dort bat man sie darum, den Vorfall schriftlich zu dokumentieren. Das will sie auch tun, um solche Situationen in Zukunft zu verhindern.

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Den Totenschein stellte später dann der Hausarzt aus, den Petra Herbst noch einmal über Handy anrief und ihre Situation schilderte. Der Mediziner war sofort bereit, nach Dienstende nach Haldern zu fahren.

(RP/zel)