Landratswahl im Kreis Kleve Die Stimmen aus Emmerich und Rees

Rees/Emmerich · Die Wahlbeteiligung war am Sonntag gering. In Rees gab es den „Gerwers-Effekt“. Aus Emmerich bekommt der Reeser Bürgermeister für die Stichwahl Unterstützung von der BGE. Wie es mit der Landratswahl im Kreis Kleve weitergeht.

 Wahlplakate von Guido Winkmann (l.) und Christoph Gerwers. Der CDU-Kandidat aus Rees geht am 11. Dezember als Favorit in die Stichwahl.

Wahlplakate von Guido Winkmann (l.) und Christoph Gerwers. Der CDU-Kandidat aus Rees geht am 11. Dezember als Favorit in die Stichwahl.

Foto: Michael Scholten

Am Sonntag hatten die Wahlvorstände im Kreis Kleve leichtes Spiel. In Rees waren die Stimmen zur Landratswahl bereits um 18.51 Uhr ausgezählt. Das lag zum einen daran, dass die Wähler nur ein Kreuzchen zu machen hatten. Zum anderen aber auch an einer geringen Wahlbeteiligung.

In Emmerich lag sie gerade mal bei knapp 25 Prozent. In Rees waren es rund 35 Prozent. Ein „Spitzenwert“ unter den Kreiskommunen. Dazu dürfte wohl auch der „Gerwers-Effekt“ beigetragen haben.

„In Rees hat diese Wahl vielleicht noch mal einen anderen Stellenwert, weil man mich hier kennt“, sagt der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers selbst. In 14 Tagen geht der CDU-Kandidat als Favorit ins Rennen bei der Stichwahl mit Stefan Welberts (SPD/Grüne).

Auch wenn das Wahlergebnis vom Sonntag zufriedenstellend sei, ein Selbstläufer sei die Stichwahl nicht: „Wir fangen jetzt noch einmal bei Null an. Am 11. Dezember geht es darum, sowohl die Wähler nochmals zu mobilisieren, die mir am Sonntag ihre Stimme gegeben haben, aber auch die, die mich nicht gewählt haben“, sagt Gerwers.

Ein bisschen Schützenhilfe könnte da aus Emmerich kommen: Die Bürgergemeinschaft (BGE) hat sich nämlich bereits am Montag in Sachen Stichwahl positioniert. Zur Erinnerung: Die BGE hatte den unabhängigen Kandidaten Guido Winkmann unterstützt und ihn auch ihren Wählern empfohlen.

Mit Blick auf die anstehende Stichwahl erklärt BGE-Chef Joachim Sigmund nun: „Wir geben keine Wahlempfehlung ab.“

Dann folgt ein großes Aber. Sigmund: „Wir geben aber eine fachliche Empfehlung ab. Und zwar für Christoph Gerwers.“

Gerwers sei ein erfahrener und guter Bürgermeister in Rees, leitete die Bürgermeiter-Konferenz im Kreis Kleve. „Nach einer kurzen Zeit der Einarbeitung wird er es schaffen, dass wir im Kreis Kleve die Krise packen.“

Enttäuscht zeigt sich Joachim Sigmund von der niedrigen Wahlbeteiligung. Dies sei schade, weil die Menschen immer weniger von ihrem demonkratischen Recht der freien Wahl Gebrauch machten. Einschränkend müsse man allerdings sagen, so Sigmund, dass viele Menschen mit dem Amt des Landrats auch nicht viel anzufangen wüssten.

Das ist auch Christoph Gerwers bewusst: „Der Landrat ist für viele Bürgerinnen und Bürger weit weg. Welche Entscheidungen er trifft, welche Planungen eine Kreisverwaltung angehen muss, ist vielen offenbar leider nicht klar. Beim Amt des Bürgermeisters ist das anders.“

Gerwers selbst ist kein Freund der Stichwahl, denn der Gesetzgeber würde auch andere Optionen zulassen. Dennoch soll in den jetzt verbleibenden 14 Tagen noch einmal alles daran gesetzt werden, die Wähler zu mobilisieren.

Trotz des jetzt schon seit drei Monaten andauernden Wahlkampfes führt Gerwers die Geschäfte im Reeser Rathaus nach wie vor. Mindestens vier politische Sitzungen wird Gerwers noch leiten.

Darunter auch die letzte Ratssitzung des Jahres am 12. Dezember in Rees – unabhängig davon, wie die Landratswahl am Tag zuvor ausgehen wird.

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