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Rees: Lässt Stadt Festival im Regen stehen?

Rees : Lässt Stadt Festival im Regen stehen?

Rund um das Open Air wird momentan nicht nur über Pop-Musik gesprochen. Es gibt offenbar atmosphärische Störungen zwischen Festivalteam und Stadtverwaltung. Es geht um die Streichung eines Zuschusses, über den die Halderner nicht informiert wurden.

Sie fühlen sich ausgetrickst.

Rees: Lässt Stadt Festival im Regen stehen?
Foto: Endermann, Andreas

Ein Streit, der offenbar schon länger schwelt, kocht aktuell wieder hoch. Hintergrund ist die Streichung des städtischen Zuschusses für das Haldern Festival. Doch es geht auch um die Frage, ob es im Verhältnis zwischen Stadt und Open-Air-Machern knirscht.

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt. Im Herbst 2010 hatte der Kulturausschuss turnusmäßig die Zuschüsse für kulturelle Veranstaltungen für 2011 abgesegnet. Enthalten war in dem Paket wie in den Vorjahren ein Zuschuss von 2 500 Euro für das Festival. Ein Jahr später — ebenfalls im Kulturausschuss — fragte ein SPD-Mitglied nach, ob denn auch der Zuschuss für das Festival gezahlt werde. Weil es um Finanzen ging, verwies die Verwaltung den Punkt in den nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Hier erläuterte die Verwaltungsspitze dann, dass das Geld nicht gezahlt werde, weil der Kämmerer Anfang des Jahres eine Haushaltssperre erlassen hatte. Ausgaben für Kultur — wie für das Festival — waren damit tabu.

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Festival-Mitorganisator Stefan Reichmann, der für die CDU im Ausschuss sitzt, hatte den Saal verlassen müssen, weil er befangen war. Er erfuhr hinterher von der Sachlage. Er war völlig überrascht und enttäuscht. "Mit uns hat niemand gesprochen. Wenn die Stadt das Geld streichen will, hätte man uns doch informieren können", sagt er. Man rede ständig mit der Kommune wegen organisatorischer Fragen rund ums Festival, da hätte es Gelegenheit genug gegeben, über die Sachlage aufzuklären. "Wir fühlen uns ausgetrickst und haben das Gefühl, dass die Stadt hier einer Diskussion aus dem Weg gehen wollte", sagt Reichmann: "Für uns ist das ein Zeichen, dass die Verwaltung das Festival nicht richtig zu schätzen weiß."

Vorwürfe, die die Stadt Rees zurückweist. "Das Festivalteam erhält von der Stadt umfangreiche Unterstützung, etwa über den Bauhof, Hilfe bei Genehmigungen oder Sicherheitsfragen", erläutert Stadtsprecher Frank Postulart. Dass die Haushaltssperre kommt, sei öffentlich bekannt gemacht worden. Auch das Festivalteam habe davon wissen können. Zudem habe man dort nicht einfach davon ausgehen können, dass das Geld automatisch fließt. "Dieser Zuschuss ist eingeführt worden, als das Festival wegen schlechter Witterung arge Probleme hatte, inzwischen ist das Open Air lange vorher ausverkauft. Da gibt es kaum ein finanzielles Risiko", sagt Postulart.

Zudem habe man die Festivalmacher öfter aufgefordert, Rechnungen vorzulegen. Das sei nicht passiert. Dem widerspricht Stefan Reichmann. Er habe dem Bürgermeister mehrmals angeboten, die Zahlen zum Festival zu erläutern. Zudem wird die Bilanz im Internet im Bundesanzeiger veröffentlicht, weil Haldern Pop eine UG ist. Reichmann verweist darauf, dass die Stadt umfangreich vom Festival profitiere. Bundesweit werde Werbung für Rees gemacht, die städtische Homepage sei über die Haldernseite verlinkt. Viele Festivalbesucher landen so auch bei Angeboten der Stadt. "Uns geht es nicht um das Geld, sondern darum, wie man mit uns umgeht", sagt Reichmann.

Ist das Tischtuch zwischen Festival und Verwaltung zerschnitten? "Auf keinen Fall", betont Pressesprecher Frank Postulart. Die Stadt werde das Open Air wie bisher unterstützen. Auch Stefan Reichmann ist an einer Beruhigung der Lage interessiert. Daher wird es jetzt ein Gespräch zwischen Bürgermeister und Festivalteam geben.

(RP)