Kritische Töne beim Neujahrsempfang in St. Georg Haldern

Neujahrsempfang der Kirche in Haldern : „Wir sind lange noch nicht fertig“

Auf dem Neujahrsempfang in St. Georg Haldern war die positive Entwicklung des Jugendheims ein großes Thema. Pfarreiratsvorsitzender Felix Schöttler schlug aber auch kritische Töne an. Vom Bistum in Münster sei man enttäuscht.

Zum Neujahrsempfang trafen sich am Sonntag die Gemeindemitglieder von St. Georg im Pfarr- und Jugendheim der katholischen Kirche an der Bahnhofstraße,. Dabei galt es Rückschau zu halten, aber auch auf die Herausforderungen für das kommende Jahr zu blicken.

Nach dem Gedenken an den beliebten, im vergangenen Jahr gestorbenen Pater Thomas van Zanten schilderte der Vorsitzende des Halderner Pfarreirats, Felix Schöttler, den Gläubigen die Entwicklung rund ums Jugendheim: Dass das Bistum weitere fünf Jahre die Betriebskosten für das Jugendheim übernimmt und die Einrichtung im März an den Halderner Verein „Heimlich erfolgreich“ übertragen wird, wurde bereits kurz nach Weihnachten Kund getan, aber auch jetzt noch einmal erfreut aufgenommen. „Die Arbeit von allen Spendern und Unterstützern hat sich gelohnt. Wir sind aber noch lange nicht fertig“, betonte Felix Schöttler. Der Verein werde noch viel Unterstützung von den Dorfbewohnern brauchen – vor allem, da das erworbene Gebäude saniert werden müsse.

In der Gerhard-Storm-Straße wird zudem auch bald das neue Pfarrzentrum eröffnet. Man freue sich schon jetzt auf einen freundlichen, modernen und barrierefreien Raum, der eine Bereicherung für alle Generationen darstellen soll. „Es wird häufig gemeckert, das ist im Dorf einfach so“, sagte der Vorsitzende des Pfarreirats mit einem Schmunzeln. Man dürfe aber nicht vergessen, das Ehrenamt zu schätzen und zu wahren.

In diesem Zusammenhang schlug Felix Schöttler auch nochmal ernstere Töne an. Er sei zur Zeit enttäuscht von der Kirche und dem Bistum. „Die Kirche lebt in einer Welt, die es gar nicht mehr gibt“, kritisierte er. „Aber wir in Haldern geben uns damit nicht zufrieden“, betonte er. Da gab es direkt Applaus von seinen Zuhörern. Das Engagement von Ehrenamtlichen, Messdienern und Seelsorgern sei wirklich außergewöhnlich und von den Dorfbewohnern selbst organisiert.

So besteht seine eigene Messdienergruppe schon fast neun Jahre lang. Wichtig sei dem Pfarreirat auch, dass die Gemeinde in Haldern selbstständig bleiben kann und Entscheidungen für das Geschehen im Ort treffen kann. „Entscheidungen in einer Gemeinde dürfen auch nicht von oben herab bestimmt werden“, fand der Vorsitzende des Pfarreirats.

Zum Abschluss ergriff auch Pfarrer Michael Eiden das Wort. Er beklagte, dass die Seelsorger in der Umgebung an ihrer Belastungsgrenze arbeiten. „Das Jahr beginnt arbeitsreich, aber angenehm.“

(sbl)