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Emmerich: Kritik an Plänen für Einzelhandel

Emmerich : Kritik an Plänen für Einzelhandel

Diskussion bei der Emmericher Werbegemeinschaft: IHK-Vertreter Marc Sextro sieht Chancen für die Entwicklung des Steintor-Geländes.

Man werde wieder wahrgenommen, freute sich Frans Bergman. Der Vorsitzender der Emmericher Werbegemeinschaft (EWG) zog dieses positive Fazit zu Beginn der Jahreshauptversammlung im Hof von Holland. Da nützte nichts, dass Alt-Bürgermeister Johannes Diks Zweifel äußerte, dass das am Donnerstag fast zeitgleich durch den Rat verabschiedete Einzelhandelskonzept (EHK) nichts für die EWG bringen werde. "Sie waren zehn Jahre Bürgermeister und alles hat stillgestanden. Wir fangen gerade an, dass Bewegung reinkommt", konterte Bergman.

Als Wirtschaftsförderer Sascha Terörde den 18 Mitgliedern und Interessierten erklärte, dass der Zentrale Versorgungsbereich im Konzept nicht den Bereich des Steintor-Geländes beinhalte und somit der Neubau für Kaufland endgültig vom Tisch sei, platzte Albert Mosterts die Hutschnur: "Hier ist langsam nichts mehr zu schützen."

Kritik gab's zudem von Marc Sextro, Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederrhein: "Schade, dass wir nicht in das Konzept eingebunden wurden." Üblich sei, dass man vor Offenlage die IHK mit ins Boot nähme. Mit dem EHK habe man "vollendete Tatsachen geschaffen". Auch der beauftragte Gutachter sei "nicht ergebnisoffen rangegangen". Durchaus sieht er als Experte für Stadtentwicklung Chancen für die Entwicklung des Steintor-Areals. "Es liegt verkehrsgünstig und böte durch die Ansiedlung von Kaufland Synergieeffekte für die Innenstadt." Jetzt werde es für den Vollsortimenter schwierig einen anderen Standort zu finden. Zumal hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen wird, dass der Mietvertrag am Standort Normannstraße nächstes Jahr endet. Der Markt der Rheinstadt sei weitaus älter als der im Sommer 2018 schließende Gocher Kaufland.

Das Einzige, was bliebe, sei ein bisschen Entwicklungspotenzial auf dem Ex-Wemmer & Janssen-Gelände, urteilte Sextro. Aber die Einschränkung als Fachmarktzentrum hält er für nicht gut und spricht von "minderer Qualität".

Durch die Ansiedlung des Discounters Penny auf dem Neumarkt werde Rewe, die ja Pläne für einen neuen Markt auf dem Wemmer- und Janssen-Gelände hatten, das Leben im Rhein-Center noch schwerer gemacht, so EWG-Vize-Chef Peter Beckmann-Richter: "Die werden die Segel streichen."

Den Zentralen Versorgungsbereich mit Kaß-, Steinstraße und Neumarkt hält IHK-Mann Sextro für "elendig lang und er franzt aus". Hier müsse man, wie in vielen Städten, über die Umnutzung als Wohnraum nachdenken. Terörde gab zu bedenken, dass die Steinstraße geschätzt werde, da man bis zum Ladenlokal vorfahren könne.

Sextro versprach die EWG auf ihrem weiteren Weg zu begleiten. Auf Vorschlag der Mitglieder werde man sich um die Weiterentwicklung der Sortimentsliste kümmern und sich der Parkraumbewirtschaftung widmen. Ein Thema, dass vielen im Hinblick auf niederländische Kundschaft unter den Nägeln brennt.

(D.K.)