Krankenhausgesellschaft pro homine steigert Zahl der Pflege-Azubis um 43 Prozent

Krankenhausgesellschaft „pro homine“ : Jobs mit Zukunft in der Pflege

Die absehbare Überalterung bleibt auch in Emmerich und Rees nicht ohne Folgen. Die Krankenhausgesellschaft „pro homine“ steuert dem entgegen. Mit mehr Auszubildenden und einem neuen Ausbildungsgang.

Die Krankenhausgesellschaft „pro homine“ ist einer der größten Arbeitgeber der Region: Etwa 3000 Menschen sind insgesamt an den Standorten in Emmerich, Rees und Wesel beschäftigt davon gut 900 Pflegekräfte. Und sie werden künftig dringender gebraucht denn je. Denn die Überalterung der Gesellschaft bleibt auch am Niederrhein nicht ohne Folgen.

„Im Kreis Kleve ist die Entwicklung schon deutlich zu erkennen, aber auch der Kreis Wesel ist da nur knapp hinten dran“, sagt Sylvia Guth-Winterink. Die zentrale Pflegedienstdirektorin von „pro homine“ weiß, dass bereits jetzt 4,1 Prozent der Menschen im Kreis Kleve pflegebedürftig sind – und dass darauf reagiert werden muss.

Ein Weg, einem drohenden Engpass in der Pflege zu begegnen, ist die Ausbildung neuer Mitarbeiter. Momentan ist die Bewerbungslage in der Pflege nach wie vor ausreichend. Aber die „pro homine“ hat bereits die Anzahl der Ausbildungsplätze im eigenen Bildungszentrum Niederrhein in Wesel (BZNW ) deutlich erhöht – um 43 Prozent, von derzeit 294 auf 420.

Neu ist seit diesem Jahr eine generalisierte Pflege-Ausbildung. Bisher gab es drei Ausbildungen zum Kranken- und Gesundheitspfleger, Altenpfleger und Kinderkrankenpfleger. „Wir generieren aus den drei Berufen den komplett neuen Beruf der Pflegefachmänner und -frauen“, erklärt Sylvia Guth-Winterink. Ziel: Die neue Berufsgruppe soll die Versorgung der Patienten in allen Lebensbereichen, von der Geburt bis zum Lebensende, übernehmen.

Die intensive Ausbildung sei wichtig, denn der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften werde wegen des demographischen Wandels weiter zunehmen, so die Pflegedienstdirektorin. Und das bedeutet: gute Aussichten für alle Azubis. Denn in der Pflege gibt es eine nahezu 100-prozentige Jobgarantie. Und die neue Ausbildung wird in Europa anerkannt. Seit acht Jahren besteht zudem die Möglichkeit, an der Ausbildung ein Studium über drei Semester anzuhängen und mit dem Bachelor-Abschluss einen akademischen Titel zu erwerben.

Anders als landläufig gedacht, sei die Ausbildung gut bezahlt. „Die Krankenpflege rangiert auf Platz zwei aller Ausbildungsvergütungen. „Vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr werden zwischen 1200 und 1400 Euro brutto gezahlt“, sagt Guth-Winterink. Auch der spätere Beruf werden gut vergütet. Zwischen 38.000 und 43.000 Euro ließe sich so pro Jahr verdienen.

Ab kommenden Jahr wird im BZNW zudem eine Ausbildung zum Pflegefach-Assistenten und im Jahr darauf eine zur Pflegefachkraft in Teilzeit angeboten. Mit beiden Modellen, die eine flexible Arbeitszeit-Gestaltung ermöglichen, hofft „pro homine“ zum Beispiel Berufsrückkehrern oder Mitarbeitern in Elternzeit eine Möglichkeit zur Teilzeitbeschäftigung zu bieten.

Sylvia Guth-Winterink ist stolz darauf, dass bei der „pro homine“ im Pflege- und Funktionsdienst bereits jetzt eine sehr hohe Qualifikationsquote besteht. 97 Prozent der Mitarbeiter haben eine dreijährige Ausbildung absolviert. Ganz aktuell werden bis April zwölf weitere Auszubildende aus zwei Kursen des BZNW als Mitarbeiter übernommen worden sein.