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Emmerich: Kraftwerk auf dem Dach

Emmerich : Kraftwerk auf dem Dach

Alternative Energie: Auf dem Gebäude der ehemaligen Firma "Vesuvius" ist eine der größten Photovoltaikanlagen der Region ans Netz gegangen. Kosten: 2,1 Millionen Euro. Die Betreiber planen zudem den Bau eines Biogasanlage.

Die ehemaligen Produktions- und Lagerhallen der Firma "Vesuvius" standen zwei Jahre leer. Jetzt ist am Blackweg wieder Leben eingekehrt. Ein Großteil der Hallen wurde an verschiedene Unternehmen vermietet. Doch das eigentlich Interessante spielt sich auf dem Dach des ehemaligen Firmengebäudes ab: Auf rund 8500 Quadratmetern Fläche wurde hier Ende letzten Jahres eine der größten Photovoltaikanlagen der Region errichtet. Seit Dezember ist sie am Netz.

Betreiber ist die Firma "BIGA Energie" aus Emmerich. Sie war ursprünglich nur auf der Suche nach einem Standort für ein Biogasanlage. Den hatte sie dann auch mit dem "Vesuvius"-Firmengelände gefunden: Zu dem Areal gehört auch eine 2,2 Hektar große Freifläche, auf der die Anlage errichtet werden soll. "Als wir uns dann das Gelände anschauten, entstand die Idee, das große Dach des Firmengebäudes für eine Photovoltaikanlage zu nutzen", erklärt Konrad Peters, der zusammen mit dem Hüthumer Lohnunternehmer Marinus Hols das Projekt vorantreibt.

Rund 2,1 Millionen Euro nahm die Firma "BIGA Energie" dafür bereits in die Hand. Mit dem Bau der Photovoltaikanlage wurde die wurde " Solartechnik Stiens" aus dem hessischen Kaufungen beauftragt, den größten Systemanbieter auf dem Gebiet. Auch für deren Rheinland-Vertreter Wolfgang Karg aus Geldern war der Auftrag nicht alltäglich: Insgesamt 3765 Solar-Elemente mussten auf dem Dach installiert werden — und das zwischen November und Dezember, bei Wind, Regen, Schnee und Eis. "Das ist schon eine sehr leistungsstarke Anlage. Sie produziert Strom, der im Jahr bis zu 240 Haushalte versorgen kann", rechnet Werner Karg vor.

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Die 870-kw-Anlage, deren Strom in das Netz der Stadtwerke eingespeist wird, ist allerdings nur Teil eins des Projektes der Firma "BIGA Energie". Sie will am Blackweg einen Bio-Energiehof entstehen lassen. Denn auch die geplante Biogasanlage soll nun bald verwirklicht werden. Die notwendigen Emissionsgutachten liegen bereits vor. Die 500-kw-Anlage, der Geruchsbelästigung durch einen geschlossenen Kreislauf demnach gering ausfällt, soll mit anfallenden Produkten aus der Landwirtschaft betrieben werden.

"Wir setzen dabei vorrangig auf Nebenprodukte, weil wir für unsere Anlage zusätzlichen Flächenverbrauch in der Landwirtschaft, wie das etwa beim Bio-Sprit passiert ist, nicht wollen", erklärt Peters.

Noch in diesem Jahr will er den Bauantrag für die Biogasanlage stellen.

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(RP)