Rees: Knackiges direkt vom Baum

Rees: Knackiges direkt vom Baum

Der Obstanbaubetrieb von Everhard Baumann gehört zu den ältesten Direktvermarktern in der Region. Bereits in der sechsten Generation werden in Reeserward auf 17 Hektar Pflaumen, Birnen und vor allem Äpfel angebaut.

Everhard Baumann hat derzeit allerhand zu tun – die Ernte geht ihrem Höhepunkt entgegen. Seit bereits sechs Generationen oder etwas mehr als 300 Jahren wird auf dem 17 Hektar großen Areal am Wardmanshof in Reeserward Obst angebaut: Birnen, Zwetsch(g)en und vor allem Äpfel, die jetzt "en masse" gepflückt werden.

Wer sein Obst sonst nur im Supermarkt einkauft, gerät hier ins Staunen: "Wir haben ein breit gefächertes Angebot, wir bauen 20 verschiedene Apfelsorten an", erzählt Baumann. Auch seltenere, die ein Laie kaum kennen dürfte. Zum Beispiel die "Rubinette". "Eine wahre Geschmacksbombe", schwärmt der Landwirt. Aber auch für den "Topas" kann er sich begeistern, denn diese Sorte ist besonders resistent gegen den gefürchteten Schorfbefall. Am besten läuft jedoch der "Elstar", er scheint den Geschmack der Kunden am meisten zu treffen. Und auch der immer noch beliebte "Rote Boskoop" verkauft sich gut. Er soll sogar in Reeserward als Mutation entstanden sein.

Der Betrieb Baumann – der Hof war einst im Besitz Napoleons – ist seit rund 50 Jahren ein Direktvermarkter, einer der ersten aus der Region. Die kurzen Wege vom Baum ins Kühllager und dann zum Verkauf an der Wardstraße sind ein großer Vorteil für die Qualität des Obstes. Lange Transportwege fallen so weg. Baumann kann dadurch auch den richtigen Zeitpunkt für die Ernte abwarten und braucht seine Äpfel nicht unreif auf die Reise schicken. "Beim Apfel kommt das Aroma zum Schluss, deshalb sollte man ihn nie zu früh pflücken", verrät er. Manche Sorten müssen allerdings auch zum Nachreifen in luftdichten Zellen zwischengelagert werden. "Winterschlaf" nennt das Baumann scherzhaft.

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Ist der Apfel erst einmal beim Kunden, hält er sich bei guter Lagerung je nach Sorte mindestens zwei bis sechs Wochen. "Ein Apfel mag es am liebsten kühl und feucht bei drei bis fünf Grad. Das Gemüsefach vom Kühlschrank ist da ausreichend", weiß er.

Geerntet wird von Anfang August bis Anfang Oktober. Rund 20 Helfer sind dafür im Einsatz. Der Verkauf läuft dann bis Mitte Mai. Danach wird eine Pause eingelegt.

Mit der Apfelernte in diesem Jahr kann Everhard Baumann voll und ganz zufrieden sein. Das Wetter hat mitgespielt. "Geschmacklich dürfen sich die Kunden auf etwas freuen", verspricht er.

(RP)
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