Emmerich: Klever Krankenhaus rät von Emmerich ab

Emmerich: Klever Krankenhaus rät von Emmerich ab

Die Gynäkologie und die Intensivmedizin für Neugeborene sind in Kleve jetzt unter einem Dach. Das Antonius-Hospital rät Eltern ab, zur Entbindung zum Willibrord-Spital zu fahren. Die bevorzugen bislang die Emmericher Abteilung.

Der Klever Klinikverbund hat sich neu organisiert. Das haben die Verantwortlichen in der Emmerich-Weseler Krankenhaus-Holding "Pro Homine" natürlich genau beobachtet. Gilt das Klever Krankenhaus doch auch als Konkurrenz. Aber auch als Partner in einer möglichen Fusion mit der anderen Rheinseite.

Im Klever Antonius-Hospital gibt es jetzt die Gynäkologie, die Geburtshilfe und die Neugeborenen-Intensivstation unter einem Dach. Die Zusammenführung von Abteilungen aus dem Gocher und Klever Krankenhaus in Kleve mache ein hohes Niveau möglich, hieß es gestern in einem Pressegespräch des Klever Krankenhauses.

Die Blickrichtung ging dabei auch nach Emmerich. Denn die Geburtshilfe hat hier eine Wanderungsbewegung festgestellt: Immer mehr Schwangere kamen aus Kleve und Goch nach Emmerich, um hier zu entbinden.

Diese Entwicklung wollen die Klever nun offenbar rückgängig machen und verweisen dabei auf mögliche gesundheitliche Risiken.

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Wenn bei einer vermeintlich normalen Geburt plötzlich eine Krise auftrete, seien die Fachmediziner eben nicht, wie in anderen Krankenhäusern, erst nach 30 Minuten im Kreißsaal, sondern in drei.

Perinatalzentrum Level 2 einschließlich Neugeborenen-Intensivstation - da habe das St.-Antonius-Hospital ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis. Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe gehörten Zwillingsgeburten, Schwangere mit Diabetes und Geburten vor der 36. Schwangerschaftswoche hierher. Das Team in Kleve meistere auch ungeplante, große Risiken.

Fast zweimal pro Monat müssten Ärzte des Klever Krankenhauses mit entsprechender Geräteausstattung hingegen so schnell wie möglich nach Emmerich fahren, um dort zu helfen. Chefarzt Dr. Jochen Rübo machte gestern keinen Hehl daraus, dass es für ihn nur "schwer verständlich" sei, wenn Eltern aus Goch oder Weeze "an Kleve vorbei" zur Entbindung führen. Wenn der Ernstfall eintrete, müssten er und seine Kollegen ran. Das St.-Antonius-Hospital und sein Team bildeten die "Notfallreserve" für kritische Situationen im Nachbarhospital.

(RP)
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