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Kleine Parteien in Emmerich mit eigenen Bürgermeisterkandidaten

Kommunalwahlen in Emmerich : Bürgermeister: Kleine mit Kandidaten

Thomas Meschkapowitz will für seinen „Bund sozialer Demokraten“ als Bürgermeister kandidieren. Christoph Kukulies macht für die AfD noch ein Geheimnis daraus, wird aber vielleicht selber antreten.

Stand Mittwoch stehen am 13. September sechs Bürgermeisterkandidaten in Emmerich zur Wahl. Denn neben den bereits bekannten vier Bewerbern wird auch Thomas Meschkapowitz vom BSD (Bund sozialer Demokraten) und ein Kandidat der AfD antreten.

Wer es bei der AfD wird, wollte Parteichef Christoph Kukulies noch nicht sagen. Möglicherweise ist es er selbst.

Die FDP wird keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Die Liberalen haben zwar bereits zu ihrer Aufstellungsversammlung eingeladen, die am kommenden Dienstag stattfindet. Auf der Tagesordnung steht aber nicht die Wahl eines Bürgermeisterkandidaten.

Hält sich noch bedeckt: Christoph Kukulies von der AfD Foto: van Offern, Markus (mvo)

BSD und AfD dürften nach der Wahl wohl kaum den Bürgermeister stellen. Meschkapowitz geht davon aus, dass seine Partei in Emmerich eine „Basis von zwei bis vielleicht drei Prozent“ hat. 30 Mitglieder hat sie. Bei der letzten Kommunalwahl erhielt sie 224 Wählerstimmen. Das entsprach einem Stimmenanteil von 2,04 Prozent.  Die Aufstellungsversammlung des BSD findet am Samstag, 13. Juni, in der Aula der Gesamtschule statt. Wie die Grünen zuvor will auch der BSD die Presse nicht dabei haben. „Viele Leute haben Bedenken wegen Corona. Es wird viele Wahlgänge geben, einige Mitglieder gehören der Risikogruppe an“, sagt Meschkapowitz.

Stellt sich zur Wahl: Thomas Meschkapowitz. Foto: van Offern, Markus (mvo)

Alle Wahlbezirke seien besetzt, auch für die beiden Kreiswahlbezirke sei das der Fall. Wichtig ist für den BSD natürlich die Reserveliste, über die vermutlich der eine oder andere Kandidat in den Rat einziehen könnte, weil es für den BSD wohl kein Direktmandat geben wird.

Auf der Reserveliste steht Thomas Meschkapowitz auf Nummer ein. Dahinter folgt auf Platz zwei David Krüger (er war bei der letzten Wahl Bürgermeisterkandidat vom BSD). Platz drei hat Anja Allmacher inne. Sie ist in Emmerich als Rechtsanwältin bekannt.

Wie es bei der AfD derzeit aussieht, will Christoph Kukulies nicht so recht sagen. Vor einigen Monaten kündigte er an, dass die AfD einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen werde. Vor einigen Wochen ließ die Emmericher AfD dann eine Art Stellenausschreibung in einem Anzeigenblatt folgen, in dem um Kandidaten und einen Bürgermeisterkandidaten geworben wurde.

„Zwei Leute haben sich gemeldet, die sich für einen Wahlbezirk interessieren“, so Kukulies. Auch ein Bürgermeisterkandidat habe sich gemeldet. Wer es nun wird, dazu wollte Kukulies sich nicht äußern. Er hatte allerdings im Oktober gesagt, dass er sich auch vorstellen könne, selber anzutreten.

Noch hat die AfD allerdings nicht alle Wahlbezirke mit Kandidaten besetzen können, sagt Kukulies. Anfang Juli solle es eine Aufstellungsversammlung geben. Ob dann alle Bezirke besetzt sind? Im Oktober hatte Kukulies gesagt, dass die Emmericher AfD 15 Mitglieder habe. Am Mittwoch erklärte er, dass es derzeit „eher 12“ seien.

 Der AfD-Stadtverband muss nicht mit Kandidaten für alle Bezirke antreten, um bei der Kommunalwahl dabei zu sein.  Er kann dennoch antreten, würde aber aufgrund der Stimmenberechnungen Einbußen erleiden. Kukulies schätzte im Oktober,  dass seine Partei bei einer Kommunalwahl in Emmerich fünf bis sieben Prozent der Stimmen bekommen könnte. Bei der jüngsten Europawahl lag die AfD in Emmerich bei knapp sieben Prozent.

Möglicherweise werden auch die Linken in Emmerich nicht alle Wahlbezirke besetzt bekommen. Antreten wollen sie aber auf jeden Fall, so Linke-Ratsmitglied Werner Stevens. Wegen Corona gebe es Probleme, eine Aufstellungsversammlung zu organisieren, sagt er.

Aber die Parteien haben ja noch Zeit. Die Listen müssen wegen Corona bis 48 Tage vor der Wahl vorliegen. Stichtag ist der 27. Juli. Unwahrscheinlich, dass sich bis dahin noch eine neue Gruppierung zu Wort meldet.

Als weiterer kleiner politischer Vertreter im Rat wird „UWE“ (Unabhängige Wählergemeinschaft Emmerich) Anfang Juli seine Aufstellungsversammlung abhalten. Die Gruppe um den früheren BGE-Chef Gerd Bartels wird vermutlich Kandidaten für alle Wahlbezirke haben. „Zwei fehlen noch“, so Bartels. „Bis Juli kriegen wir das wohl hin“, ist er zuversichtlich.