Volksfest : Perfektes Kirmeswetter in Emmerich

Am Wochenende startete das Volksfest. Erstmals mit von der Partie ist das Fahrgeschäft „Jetlag“, das vor allem für jene mit stabilerem Magen eine Anlaufstelle ist. Die angenehmen Temperaturen freuten Schausteller und Besucher.

Es verspricht rasant zu werden, wenn man Handy, Schlüssel und Geldbörse in die dafür vorgesehenen Körbchen packen soll, weil sie während der Fahrt aus den Taschen fallen können. Am Anfang geht es langsam los, nachdem die Mitfahrer sich mit den Metallbügeln im Sitz gesichert haben. Man wird zunächst ein bisschen herumgedreht, aber dann: Die Arme, an denen die Zweiersitze hängen, steigen höher und die Fahrt wird immer wilder - Drehung zur Seite, dann über Kopf…

Vor allem Jugendliche stürmten das Fahrgeschäft „Jetlag“, das zum ersten Mal auf der Emmericher Kirmes stand. „Es ist einfach ein cooles Gefühl“, sagte Rocco, 13 Jahre alt. „Wenn man über Kopf geht, kribbelt es im Bauch“, ergänzte sein zwölfjähriger Freund René. Der hatte von den Eltern und Großeltern Kirmesgeld bekommen. „60 Euro am Freitag und heute noch mal 20 Euro“, erzählte er. „Aber ist schon alles weg.“ Er habe auch nicht mehr viel übrig, sagte Rocco. „Das meiste habe ich für Fahrten im Jetlag ausgegeben.“ Und das sei nicht billig: Eine Karte kostet vier, vier Fahrten 14 Euro. Auf der Gegenseite ging es bedeutend ruhiger zu: Auf einem Karussell fuhren die jüngsten Besucher in Seepferdchen, Schwan, Truck und auf dem Motorrad ihre Runden.

Gut besucht war die Emmericher Kirmes bereits am Wochenende. Und so mancher war an den Spiel- und Losbuden erfolgreich. Foto: Markus van Offern (mvo)

Der Freitagnachmittag war sehr gut besucht, vor allem zur Happy Hour, sagte Iris Welte. „Dann wurde es ruhiger, aber am Abend war es wieder voll.“ Das Wetter sei ideal, trocken und nicht zu heiß. Seit einigen Jahren steht sie mit dem Fahr-Simulator „New World 3000“ auf der Emmericher Kirmes, schon mal mit einem Jahr Pause zwischendurch. „Unser Fahrgeschäft ist sehr beliebt, weil wir alle Altersgruppen abdecken. Die Leute lieben die Vielfalt unserer Simulationsfilme.“ Aus 18 verschiedenen könne man wählen, es gibt auch welche für Familien und speziell auch für kleinere Kinder wie die Kinderzimmer-Achterbahn. Während die Jugendlichen vor allem die Fahrgeschäfte bevorzugten, waren bei jüngeren Kindern die Klassiker gefragt. Sie zogen ihre Eltern zum Ball-, Büchsen- und Pfeilwerfen oder zum Entenangeln. Wer einen ganzen Angelnachmittag erleben wollte, konnte den Rabatt in Anspruch nehmen: 10 Mal angeln kostete vier Euro, 40 Mal angeln 13 Euro. Am Verlosungs-Stand konnten die Kirmesbesucher ihr Glück versuchen und riesige Teddys, Nashörner und Einhörner aus Plüsch gewinnen – 30 Lose kosteten fünf Euro. Lachend kamen die Besucher von „Nachts um halb 1“ aus dem Irrgarten, der mit verschiedenen Zerrspiegeln ausgestattet ist. Trotz Nieselregen, der am Samstagabend einsetzte, waren fast alle Wagen beim Autoselbstfahrer besetzt – am Mittag mit Jugendlichen, am Abend mit Eltern und Kindern.

Natürlich sind auch Klassiker wie Dosenwerfen und Entenangeln Teil der Emmericher Kirmes. Foto: Markus van Offern (mvo)

Natürlich kamen auch einige Besucher, um ihr Kirmeswürstchen zu essen und ihr Kirmesbier zu trinken. Neben Wurst gab es ein vielseitiges kulinarisches Angebot, das von Fischbrötchen über Spießbraten und Pizzabrötchen bis zu Champignons reichte. Und auch das süße Angebot konnte sich „riechen“ lassen: der Duft von Crepes, Zuckerwatte, Mandeln und Popcorn – der Familienbeutel für fünf Euro – zog über die Kirmes.

„Schade, dass es ausgerechnet jetzt regnet“, meinte Wolfgang Heinz aus Ramsdorf, der seit 33 Jahren auf der Emmericher Kirmes Popcorn, Mandeln, Süßigkeiten und Lebkuchenherzen verkauft. „Die Emmericher sind ein nettes Volk“, sagte er. Er mag es, die freie Zeit an der Rheinpromenade zu verbringen. Am Freitag sei das Geschäft ganz gut gelaufen, der Samstag begann auch zufriedenstellend. „Aber mit dem Regen heute Abend werden wohl nicht so viele Besucher kommen.“