Emmerich: Kirche: Gewinne mit Windkraft

Emmerich: Kirche: Gewinne mit Windkraft

Die katholischen Gemeinden St. Christophorus und St. Johannes der Täufer wollen, dass elf ihrer Grundstücke zu Konzentrationszonen für die Windenergiegewinnung werden. Die gegenwärtigen Pächter sind Landwirte.

Die katholischen Kirche will eine ganze Reihe ihrer Grundstücke für den Bau von Windrädern zu "Konzentrationszonen" ausweisen lassen. Diesen Antrag richtet sie an den Rat. Sie erhofft sich dadurch "nicht unerhebliche" Gewinne

Den Gemeinden St. Christophorus und St. Johannes der Täufer geht es um Flächen auf elf Grundstücken von Größen zwischen 12 800 und 183 000 Quadratmetern in Vrasselt, Klein-Netterden und Borghees, größtenteils nahe der Autobahn. Sämtliche Gebiete sind derzeit an Bauern verpachtet.

Die Pfarreien setzen darauf, dass ihr Anliegen schon wegen ihrer sozialen Bedeutung auf offene Ohren stößt – das machen ihre Schreiben an den Rat sehr deutlich. "Das Wirken der Mitglieder der katholischen Kirchengemeinden" trage "einen wesentlichen Teil zum Wohle der Gemeinschaft der Stadt Emmerich bei", heißt es in ihrem Antrag an den Rat. Es sei somit "im Fokus des allgemeinen Interesses Emmerichs", die Pfarreien zu stärken.

Gelockerte Vorgaben

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Die Landwirte, die die in Rede stehenden Flächen heute nutzen, wurden noch nicht unterrichtet. "Das machen wir, wenn es konkret wird", begründete Heinz Lukkezen, Leiter der Zentralredantur im Dekanat Emmerich. Noch sei schließlich weitestgehend unklar, welche Gebiete nach den neuen – gelockerten – Vorgaben tatsächlich für die Windenergiegewinnung infrage kämen. Die Areale könnten außerdem auch in Zukunft bewirtschaftet werden. "Wir würden von den Flächen jeweils nur den Teil brauchen, der für ein Windrad genutzt wird", normalerweise etwa 2500 Quadratmeter pro Anlage inklusive Fundament und Erschließung.

Proteste von Bürgern gegen mögliche Windräder würde die Kirche gelassen abwarten. "Wir halten uns an die Gesetzgebung", sagte Lukkezen. Das allein sei der Maßstab – zum Beispiel für Abstände zu Wohnhäusern. "Dass es hin und wieder Einsprüche geben wird, ist natürlich nicht auszuschließen", ist ihm klar. Würden die Wünsche der Pfarreien nicht "gebührend berücksichtigt", so sehe man "eine gerecht verteilte Nutzung der Windkraft für unsere Mitbürger" gefährdet, führen die Gemeinden in einer Ergänzung zu ihrem Antrag weiter aus.

"Zum Beispiel wäre bei Modellen, welche eine Kapitalbeteiligung der Bürger vorsähen, der Weg für unsere sozial schwächeren Mitbürger versperrt." Die Gewinne der Gemeinden hingegen könnten durch soziale Projekte allen Bürgern zugutekommen.

(RP/rl)
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