Rees: Kein heißes Wasser: Seniorin badet weiter "auswärts"

Rees: Kein heißes Wasser: Seniorin badet weiter "auswärts"

Die 84-Jährige verzichtet auf provisorische Lösungen, die die Immobilienfirma anbietet. Sie wartet auf die Reparatur.

Maria Stumpf wird zum Duschen und Baden in den nächsten Wochen weiterhin zu ihrer Tochter gehen. Sie will nicht in einem Hotel oder in einer Kurzzeitpflege untergebracht werden. Und auch das jüngste Angebot der zuständigen Immobilienfirma, die 84-Jährige könne regelmäßig aus der eigenen Wohnung heraus und durch den Keller in einen benachbarten Flügel des Gebäudekomplexes laufen, um dort das Bad in einer leerstehenden Wohnung zu nutzen, schlägt sie aus. Das hat die Familie der Seniorin jetzt gemeinsam entschieden.

Maria Stumpf hat in ihrer Wohnung im "Schalke-Haus", wie berichtet, seit April kein warmes Wasser. Die Immobilienfirma Gagfah Group hat, nachdem der Fall öffentlich wurde, die provisorischen Lösungen für eine Übergangszeit angeboten und die schnellstmögliche Reparatur versprochen. Diese soll aber immer noch bis zu acht Wochen dauern.

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Eine Zeit, die Tochter Nadja Zech, die ihre Mutter Maria versorgt, jetzt lieber noch irgendwie mit eigenen Kräften herumkriegen will. "Wenn meine Mutter zu uns kommt, kann sie sich nach dem Baden oder Duschen ausruhen. Sie möchte nicht in ein Pflegeheim und auch nicht in eine andere Wohnung", erklärt die Tochter die Entscheidung. "Wir haben das ja schon ein halbes Jahr geschafft." Und schließlich gehe es ihr vor allem darum, dass der Mangel überhaupt behoben werde. Wenn das nun endlich geschehe, werde sie auch noch die kommenden acht Wochen herumkriegen – wenn die Planung denn aufgeht: "Ich weiß nicht, ob das wirklich bis Weihnachten was wird." Wenn die Reparatur mit allzu lauten Bauarbeiten verbunden sein sollte, will sie ihre Mutter für diese Zeit im Verwandten- und Bekanntenkreis unterbringen.

(szf)