Kein Verbot in Emmerich und Rees Böllern erlaubt - auch wenn die Umwelthilfe etwas anderes will

Emmerich/Rees · Nach zwei Jahren Feuerwerk-Zwangspause will die Deutsche Umwelthilfe das private Vergnügen endgültig verbieten lassen. Die Städte könnten Sperrzonen einrichten.  Doch es gibt derzeit keine Anzeichen dafür.

 Die Städte dürfen Sperrzonen einrichten, so wie hier in Düsseldorf.

Die Städte dürfen Sperrzonen einrichten, so wie hier in Düsseldorf.

Foto: dpa/Martin Gerten

Die letzten beiden Jahre musste in Deutschland an Silvester auf das Feuerwerk verzichtet werden. Ein entsprechendes Verbot wurde zum Jahreswechsel 2020/2021 und 2021/2022 jeweils von Bund und Ländern aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen.

Die Pandemie hat in diesem Jahr weitestgehend ihren Schrecken verloren. Verbote sind nicht in Sicht.

In dieser Situation hat sich nun die Deutsche Umwelthilfe zu Wort gemeldet.

Der Verein will, dass Feuerwerk in Deutschland verboten wird. „Unmengen an Schwarzpulver werden in die Luft katapultiert und sorgen für einen enormen Anstieg der Feinstaubbelastung, eine unnötige Vermüllung der Umwelt und Panik bei Haus-, Wild- und Nutztieren“, schreibt die Umwelthilfe.

Und sie hat sich Verbündete geholt. Die Umwelthilfe setzt sich für ein Verbot ein in einem Bündnis mit „Vier Pfoten“, dem Deutschen Tierschutzbüro, Tasso, dem Jane Goodall Institut Deutschland, der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie Vertretern der Ärzteschaft. Sie wollen ein Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk, „um endlich Schluss zu machen mit Böllern und sinnlosem Knallen an Silvester – den Tieren, unserer Gesundheit und der Umwelt zuliebe“.

Wer kann so ein Verbot umsetzen, falls das politisch gewollt ist?

Zum Beispiel die Städte für ihren Verantwortungsbereich.

Aber in Emmerich wird es keine Verbote oder Einschränkungen geben. Das könnte die Stadtverwaltung theoretisch machen. Sie könnte etwa in der Silvesternacht für bestimmte Bereiche eine Sperrzone aussprechen. Das wäre zum Beispiel bei der „Corona-Silvesternacht“ möglich gewesen, um so zu verhindern, dass sich viele Menschen an einem bestimmten Platz treffen und sich dabei möglicherweise mit Corona anstecken.

Davon hat die Stadt Emmerich schon im vergangenen Jahr keinen Gebrauch gemacht, obwohl damals die Angst vor der Pandemie noch groß war.

Auch in Rees wird es keine Einschränkungen geben. Auch die Reeser haben das zu Coronazeiten nicht gemacht. Sie hätten es tun können und beispielweise den Markt sperren können. Doch die Verwaltung tat es nicht, weil sie hier keine echte Gefahr für die Bevölkerung sah.

Und nach Corona nun die Umwelt?

Weder in Emmerich noch in Rees hat bislang eine politische Partei einen solchen Vorstoß gemacht.

Es gibt aber dennoch Einschränkungen.

Obwohl es zum Jahreswechsel 2022/2023 kein deutschlandweites Böllerverbot zu Silvester geben soll, sind auch am 31. Dezember 2022 bestimmte Bereiche für Feuerwerk tabu. Grundsätzlich gilt in ganz Deutschland: In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden darf keine Pyrotechnik abgebrannt werden, also nicht geböllert oder Raketen gezündet werden.

In Düsseldorf soll es zudem zum Jahreswechsel ein Mitführ- und Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in der Altstadt geben, sagte eine Sprecherin der Landeshauptstadt.

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