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Emmerich: Kaufland auf Steintorgelände: Die Politik will davon nichts wissen

Emmerich : Kaufland auf Steintorgelände: Die Politik will davon nichts wissen

Mehrheit im Rat gegen eine Ausweitung der Verkaufsflächen außerhalb der Innenstadt. BGE und FDP sind dafür. Verwaltung hofft auf Landesmittel.

In Emmerich wird es in absehbarer Zeit keine Neubauten von Supermärkten außerhalb der Innenstadt geben. Gegen solche Vorhaben gibt es im Emmericher Rat eine Mehrheit aus CDU, SPD und Grünen.

Deutlich wurde das auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Da hatten die FDP und die BGE in zwei Anträgen gefordert, dass Emmerich sein bisheriges Einzelhandelskonzept überdenkt und mehr Geschäfte auch außerhalb der City zulässt.

Bekanntlich gibt es schon lange den Wunsch von Kaufland, in Emmerich neu zu bauen. Der Discounter hat dafür das Steintor-Gelände ins Auge gefasst. Würde dort neu gebaut, hätte Aldi angeblich Interesse, den alten Standort an der Normannstraße für ein zweites Geschäft zu nutzen. Auch Lidl sucht nach einem zweiten Standort. Und auch die Investorengruppe, die das alte "Wemmer und Jansen"-Gelände an der Mennonitenstraße gekauft hat, würde dort gerne einen großen Lebensmittelmarkt bauen. Das verbietet allerdings die Stadt Emmerich.

Die Stadtverwaltung machte in der Sitzung noch einmal ihre Haltung deutlich. Natürlich gebe es in der Stadt Brachflächen, auf denen dringend etwas unternommen werden müsse. Man dürfe die einzelnen Bereiche aber nicht für sich alleine betrachten, sondern die Gesamtlage im Auge behalten. Und dabei müsse man auch sicherstellen, dass der Handel in der Innenstadt nicht durch Ansiedlungen außerhalb gefährdet werde.

Die Verwaltung schlägt daher vor, ein "integriertes Handlungskonzept 2025" für die Emmericher Innenstadt zu erarbeiten. Mit so einem grundsätzlichen Papier ließen sich möglicherweise auch Mittel aus dem Städtebauförderungsprogamm des Landes gewinnen.

In der Sitzung klang ebenfalls an, dass die Verwaltung daran arbeitet, die Steinstraße zu einem Sanierungsgebiet erklären zu lassen. In so einem Gebiet können Hauseigentümer Sanierungsarbeiten an Gebäuden in hohem Maße steuerlich absetzen.

Gute Erfahrungen hat die Stadt Emmerich mit so einer Maßnahme bereits an der 's-Heerenberger Straße und an der van-Gülpen-Straße gemacht.

(RP)