Katjes in Emmerich ist gut gerüstet

Wirtschaft : Katjes hat sich gut gerüstet

In Kürze beginnt die Erweiterung der Produktion des Süßwarenunternehmens am Standort in Emmerich. Mit dabei sind jetzt auch fünf neue Auszubildende. Ihre Übernahmechancen sind gut. Fachkräftemangel ist kein Thema.

Bei Katjes läuft es gut im Moment. In wenigen Tagen soll mit dem Bau des fünften Werks am Standort an der Dechant-Sprünken-Straße begonnen werden. Geschätzte Investition: rund 20 Millionen Euro. Wie berichtet, steckte Katjes bereits im vergangenen Jahr fünf Millionen Euro in die Erweiterung der Herstellungsanlagen. Doch auch die bereits um 15 Prozent erhöhte Produktion reichte nicht aus, um den aktuellen Bedarf an Yoghurt Gums, Katzen-Pfötchen & Co zu decken.

Rund 350 Menschen arbeiten derzeit für Katjes in Emmerich. „Wenn das neue Werk an den Start geht, wird die Marke gegen 400 tendieren“, sagt Jürgen Kucken.

Der Katjes-Personalleiter konnte dieser Tage auch fünf neue Auszubildende im Werk begrüßen. Während die junge Kleverin Vivian Brouwers im kaufmännischen Bereich ausgebildet wird, sind die Emmericher Elias Sognigbe, Olcay Yücel, Ersan Erzi und Maximilian Meyer angehende Süßwarentechnologen. Das Quartett aus Emmerich wird im Laufe der dreijährigen Ausbildung an den Herstellungsprozess herangeführt — vom Rohstoff über die Rezepturen bis zur eigentlichen Produktion.

In einem ersten Schritt haben die Auszubildenden zunächst das Unternehmen kennengelernt, bevor sie in ihre Ausbildungsabteilungen kamen. Mit einem dreitägigen Seminar wurde der Eintritt ins Berufsleben vorbereitet. Während die angehende Industriekauffrau Vivian Brouwers im Laufe ihrer Ausbildung das Berufskolleg Kleve mit Standort in Goch besucht, werden die Süßwarentechnologen in Solingen beschult.

Den demographischen Wandel und den damit zusammenhängenden Fachkräftemangel bekommt auch Katjes bei den Auszubildenden zu spüren, allerdings nur in abgeschwächter Form. „Die Anzahl der Bewerbungen ist im Vergleich zu den Vorjahren schon zurückgegangen“, hat Kucken bemerkt. Allerdings müsse das dem Unternehmen sowohl von der Quantität als auch der Qualität her noch keine Sorgen bereiten. Ausgebildet werden neben den bereits genannten Bereichen auch Industriemechaniker und Fachkräfte für Lagerlogistik, ganz nach dem individuellen Bedarf des Unternehmens.

Die Quote der Auszubildenden bei Katjes lag in den letzten Jahren durchschnittlich bei zehn Prozent. Das soll sich auch künftig nicht ändern. Schließlich möchte das Unternehmen auch weiterhin aus dem Reservoir der eigenen, gut ausgebildeten Fachkräfte schöpfen können. Die Chancen für die Auszubildenen übernommen zu werden, sind bei Katjes gut: „Die Quote liegt bei etwa 90 Prozent“, erklärt Kucken. Und auch die Möglichkeit, es im Unternehmen weit zu bringen, ist vorhanden. So seien auch zwei in der Geschäftsführung tätige Mitarbeiter einmal Auszubildende bei Katjes gewesen. Die Bindung der Mitarbeiter zum Unternehmen sei ebenfalls gut, sagt der Personalleiter. 35 oder sogar 45 Jahre Betriebszugehörigkeit seien keine Seltenheit und durchaus auch im Sinne der Firmenphilosophie von Katjes, einem inhabergeführten Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes: Dass schon Eltern und ihre Kinder bei Katjes arbeiteten, sei ebenfalls nicht ungewöhnlich.

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