Emmerich Kaserne: Verhandlungen laufen

Emmerich · Für das Kasernengelände gibt es immer mehr Interessenten – allerdings wenige, die der Stadt gefallen. Die ursprünglichen Pläne für die Aufteilung des Areals könnten kippen.

 Die Hochschule Rhein-Waal nutzt das Kasernengelände übergangsweise als Campus. Im Herbst 2012 soll damit Schluss sein. Dann liegt das riesige Areal brach.

Die Hochschule Rhein-Waal nutzt das Kasernengelände übergangsweise als Campus. Im Herbst 2012 soll damit Schluss sein. Dann liegt das riesige Areal brach.

Foto: mvo

Für das Kasernengelände gibt es immer mehr Interessenten — allerdings wenige, die der Stadt gefallen. Die ursprünglichen Pläne für die Aufteilung des Areals könnten kippen.

Für das ehemalige Kasernengelände melden sich immer mehr Interessenten — allerdings mit Plänen, die Emmerichs Politik und Verwaltung nicht gutheißen würden. Auch angesichts dessen wird die Frage, ob die Stadt das Areal selbst kauft, akut. Anfang kommenden Jahres stehen neue Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) an.

"Viele Investoren wollen die Themen Photovoltaik und Windenergie auf die Fläche bringen. Meine persönliche Meinung ist, dass das Gelände dafür viel zu wertvoll ist", sagte Bürgermeister Johannes Diks. Auch gebe es zunehmend Anfragen niederländischer Unternehmen, die im Nachbarland mit Beschränkungen zu rechnen hätten, etwa große Schrotthändler: "So was wollen wir nicht."

Drittelung steht infrage

Diks geht inzwischen klar davon aus, dass die bislang angedachte Aufteilung, nach der das Gelände nach dem Wegzug der Hochschule Rhein-Waal genutzt werden soll, gekippt wird.

Die Hochschule will die Übergangslösung auf dem Areal Ende 2012 beenden. Vorgesehen war, es danach jeweils zu einem Drittel als Wohngebiet, Gewerbefläche und Mischgebiet entwickelt wird. Aber die Wirtschaft spielt dabei nicht mit: "Keiner will unsere Vorstellungen eins zu eins mittragen", sagt Diks, "und letztendlich regiert der Markt." Zudem gebe es in Emmerich keinen so großen Bedarf an Bauland: 900 Baugrundstücke sind noch frei und weitere könnten ausgewiesen werden, pro Jahr werden nur etwa 100 Baugenehmigungen erteilt — für die nächsten neun Jahre sind Grund und Boden auch ohne die Kaserne nicht knapp.

Die Stadt könnte das Kasernengelände vom Eigentümer, dem Bund, erwerben, "um es dann in kleinen Scheibchen an Investoren weiterzuveräußern". Die Verwaltung plädiert bereits seit längerem für diese Lösung, die Politik hat sich vorerst nicht dafür entschieden, die Diskussion wird erwartet. Die Frage, ob das Areal als Forensikstandort infrage käme — mögliche Gebiete dafür werden derzeit vom Land Nordrhein-Westfalen gesucht — sei "noch nicht ernsthaft diskutiert worden", sagte Diks. Er allerdings halte das nicht für vernünftig: "Wir haben mit Bedburg-Hau einen Standort, der Ausbau-Potenzial hat. Da wäre es doch nicht sinnvoll, ein paar Kilometer entfernt einen weiteren zu eröffnen."

(RP)
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