1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Emmerich: Kardinal Marx würdigt Karl Leisner

Emmerich : Kardinal Marx würdigt Karl Leisner

Erinnerung an die Priesterweihe des Seligen im KZ bei Messe in Dachau.

Rund 300 Gläubige hatten sich in der Pfarrkirche Heilig Kreuz in Dachau eingefunden und mit einer festlichen Messe der Tatsache gedacht, dass mitten im Terror des KZ Dachau auf den Tag genau vor 70 Jahren die Priesterweihe von Karl Leisner stattfinden konnte. Unter den Teilnehmern war auch eine Delegation vom Niederrhein. Allein 100 Jugendliche aus dem französischen Clermont-Ferrand waren mit ihrem Erzbischof Hippolyte Simon zu der Gedenkveranstaltung gekommen. Einer seiner Vorgänger, Gabriel Piguet, hatte den schwerkranken Diakon Karl Leisner unter Lebensgefahr für alle Beteiligten im KZ zum Priester geweiht.

In seiner Predigt würdigte der Hauptzelebrant, Reinhard Kardinal Marx, das Leben des Seligen. "Karl Leisner ist uns eine Inspiration." In seiner Person werde deutlich, dass es Männer gegeben habe, die angesichts brutalster Gewalt nicht verstummt seien. "Im Gegenteil, sie machten als Zeichen des Protests klar: Ihr Schergen, ihr werdet besiegt werden." Kardinal Marx trug das Messgewand Karl Leisners und den Bischofsstab, den Mithäftlinge für den Bischof Gabriel Piguet aus Holz gefertigt hatten. Darauf ist der Spruch "Victor in vinculis" (Sieger in Fesseln) eingeschnitzt. Auch Papst Johannes Paul II. hatte diesen Stab beim Schlusssegen der Seligsprechung am 23. Juni 1996 im Berliner Olympiastadion benutzt. Unter den weiteren Bischöfen als Konzelebranten befand sich auch der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn.

(RP)