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Emmerich: Kaiserliche Zeiten in Elten

Emmerich : Kaiserliche Zeiten in Elten

Zum 90-jährigen Bestehen der St-Martinus-Bruderschaft gab's ein besonderes Schießen, das Frank Elbers gewann, - und Freude über die neue Betreiberin des Kolpinghauses.

Am Samstagabend um 19.02 Uhr fiel der Vogel von der Stange. Besonders darüber freute sich Frank Elbers, denn er ist der neue Kaiser der St.-Martinus-Schützenbruderschaft Elten. "Ihr habt ihn mir auch gut losgeschossen", lobte die Majestät seine Schützenkollegen. Frank Elbers, der als vierter Beisitzer im Vorstand aktiv ist, war im Jahr 2013 Schützenkönig, an seiner Seite seine Königin Katja. Mit dem 60. Schuss wurde er jetzt Kaiser.

Das Kaiserschießen hat bei den Eltener Schützen eine lange Tradition Zum ersten Mal ermittelten alle Könige 1978 ihren Kaiser. Den Titel sicherte sich Herman Ingenhorst, damaliger Gemeindedirektor in Elten. Ein Jahr später konnte er seinen Triumph wiederholen. 1988 wurde der jetzige Oberst Albert Jansen Kaiser. Da das nächste Kaiserschießen erst im Jahr 2003 stattfand, behielt er den Titel 15 Jahre lang. Danach wurde dieser Schießwettbewerb in Elten alle fünf Jahre ausgetragen. 2003 gewann Helmut Verheyen, 2008 John t'Lam und 2013 war der kürzlich verstorbene Willi Bosmann erfolgreich.

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Am Samstag fand dann - pünktlich zum 90-jährigen Jubiläum der Eltener Bruderschaft - die siebte Auflage des Kaiserschießens statt. Zunächst waren der amtierende Schützenkönig Hannes Versteegen und seine "Ex-Kollegen" mit Frauen zu Kaffee und Kuchen ins Kolpinghaus eingeladen. "Das ist die erste Veranstaltung mit unserer neuen Pächterin - Sandy Jansen ist für uns wie ein Sechser im Lotto", freute sich Brudermeister Heinz Wienhoven.

Von den 36 Königen, die noch leben, waren 27 gekommen. Zwei von ihnen waren in anderen Bruderschaften Schützenkönige geworden, durften aber, weil sie auch Mitglieder in Elten sind, beim Kaiserschießen mitmachen. So war Wolfgang Neumann 1983 König von St. Irmgardis Esserden und Peter Kraus 2012 von "De Eendracht" im niederländischen Didam.

Der "Dienstälteste" unter ihnen war Gerd Dörning, der am 5. Juli 88 Jahre alt wird und 1963 König war mit Ehefrau Helma als Königin an seiner Seite. "Damals wurde er um einen Schützenfesttag betrogen", erzählte Wienhoven schmunzelnd. Am Montag, 1. August 1963, kam Elten nämlich wieder unter deutscher Verwaltung. "Und weil wir nur eine niederländische Genehmigung zum Königschießen hatten, haben wir das Vogelschießen kurzerhand auf Sonntag vorverlegt", so der Brudermeister.

Gemütlich an Tischen und auf Stühlen sitzend, verfolgte das Publikum das spannende Kaiserschießen. "Das ist hier fast wie ein Biergarten, da fehlt nur noch ein Grill", meinte ein Schütze. Vogelbauer Heinz Jansen, der vor einigen Jahren den Job von Gerd Dörning übernahm, hatte einen sehr schönen Holzvogel gebaut, der sich teilweise als sehr zäh erwies. Eine Dreiviertel Stunde dauerte es, bis André Jansen (Zug 23) den Kopf herunterschoss. Er war 2016 König. Während der rechte Flügel genauso lang dauerte - Gerd Gerritzen (Zug 12), der 2007 König war, schoss ihn mit dem 132. Schuss herunter - fiel der linke bereits beim 29. Schuss. Hier war Christiaan Gerritzen (Zug 21) - 2010 König und 2011 Stadtkönig - erfolgreich. Zwischendurch kam auch Pastor Theo van Doornick und sah, wie Frank Elbers Kaiser wurde.

Am Abend feierten die Schützen gesellig unter den großen Bäumen weiter. Die offizielle Proklamation des Kaisers, bei dem ihm auch der Kaiser-Orden mit dem Elten-Wappen überreicht wird, findet am Schützenfestsamstag, 28. Juli, statt, wenn auch die anderen Ehrungen auf dem Marktplatz vorgenommen werden.

(RP)