Rees: Kabarett: Cantz startet Tour in Rees

Rees: Kabarett: Cantz startet Tour in Rees

Bemerkenswert. Sonst kommen die Kabarettisten nur für den Auftritt nach Rees und reisen gleich wieder ab. Guido Cantz nahm sich dagegen Zeit, in Ruhe die Stadt kennen zu lernen, in der er am Freitag, 12. März, seine Tour eröffnet.

Da ist es wieder. Das große Problem jedes Comedians. Auch wenn du eigentlich nur privat unterwegs bist, musst du auf Anhieb lustig sein. Guido Cantz kaut am Filzstift und schaut auf die leere Seite im Gästebuch des Hotels Rheinpark. "Schreiben Sie uns bitte was Nettes rein”, hatte die stellvertretende Direktorin den Mann vom Fernsehen gebeten.

"Was Nettes” aber reicht Cantz nicht, schließlich steht da ja sein Name drunter. Doch wer keine Angst davor hat, im Karneval direkt nach den "Höhnern” auf die Bühne zu gehen, der hat auch fürs Gästebuch schnell was parat. "Ich kann eben auch auf Knopfdruck lustig sein, kein Problem”, grinst Cantz, greift zum Filzstift und schreibt mit Schwung die Widmung aus Köln Porz für Rees ins Gästebuch. Ob es auch lustig ist? Urteilen Sie selbst: "Wo kriegst du sonnig ein paar Tees? Na, wo denn wohl, nur hier in Rees.”

Die Stadt gefällt ihm

Der Satz zeigt auf jeden Fall: Die Stadt gefällt ihm offenbar. Cantz genießt auf der Terrasse des Hotels die Sonne und plaudert in eigener Sache über Tour, Karneval und natürlich "Verstehen Sie Spaß”. Das abendfüllende ARD-Unterhaltsschlachtschiff übernimmt er am 10. April zum ersten Mal. Kurz nach dem Auftritt in Rees. "Aber die Gäste brauchen jetzt keine Angst zu haben, in Rees wird sicher keine Kamera mitlaufen”, versichert er und schaut ernst. Wer will, kann‘s glauben. Eben im Auto auf der Fahrt an den Niederrhein hat er was wegen einer Kamera-Falle klären müssen. "Da steht was auf der Kippe”, sagt Cantz, mehr will er nicht verraten. Nur dass es um einen Promi geht, den sein Team reinlegen will. Denn alle Streiche werden erst zur Sendung gedreht, versichert er. Nichts wird auf Vorrat produziert, damit die Gags auch aktuell sind.

An der Puppe "Kurti” will er auf jeden Fall festhalten. Auch das verrät Cantz bei der gemütlichen Plauderstunde. "Kurti” sei einfach Kult und funktioniere immer noch, obwohl die Puppe schon scharenweise Ahnungslose reingelegt hat. "Es gibt einfach Situationen, da rechnest du nicht damit, dass da eine Kamera ist”, meint Cantz.

  • Interview mit Guido Cantz : Cantz im Ernst

Frank Elsner will er unbedingt mal reinlegen. Sein Vorgänger bei "Verstehen Sie Spaß”. "Das ist ein echter Gentleman, bei dem konnte ich mir jede Menge abgucken.”

Merkel in der TV-Falle

Auch Politiker hat er auf seinem "Spaß-Wunschzettel”. Ganz oben: Angela Merkel und Guido Westerwelle. "Das wäre ein Traum. Ich befürchte aber, dass wir das dann nie ausstrahlen dürften.” Denn Cantz stellt klar: Jeder, der in die TV-Falle tappt, gibt per Unterschrift die Genehmigung, dass das Material auch ausgestrahlt werden darf.

Zum Schluss hat der Comedian dann selbst noch eine Frage. "Ich baue gerne was Lokales ins Programm ein. Gibt es eine Stadt, die eine Art Gegenpol zu Rees bildet?” Emmerich, ruft jemand. "Emmerich? Wer ich mir merken. Kommt im Programm vor. Garantiert.”

Hier geht es zur Infostrecke: Guido Cantz - wörtlich