Rees: Jury legt Tom-Sawyer-Preisträger fest

Rees : Jury legt Tom-Sawyer-Preisträger fest

Die Entscheidung ist gefallen, die Gewinner heißen Matthias Liebelt, Magnus-Benedikt Pikwo, Ansgar Riedißer und Katharina Schröder. Am 23. November werden sie im Bürgerhaus Rees ausgezeichnet. Das Motto lautete: "Geht's noch?"

Insgesamt 162 Schüler der Klassen 5 bis 13 beteiligten sich am sechsten Schreibwettbewerb der Stadt Rees und hofften auf den Tom-Sawyer-Preis. Bürgermeister Christoph Gerwers und Kulturamtsleiter Ludger Beltermann sowie die Jury und die Sponsoren präsentierten gestern das Begleitbuch und stellten das Programm für die Preisverleihung vor, die am Sonntag, 23. November, ab 11 Uhr im Bürgerhaus stattfindet.

"Geht's noch?" lautete das provokante und zugleich offene Thema, das die Initiatoren Heiner Frost und Andreas Daams den Schülern vorgaben - und die jungen Autoren ließen ihrer Fantasie freien Lauf: Sie schrieben über Liebe, Krankheit und Tod, über den Ärger eines Bären in der Steinzeit und sogar über Sandkörner.

Auch ein kleines Drama namens "Die Spinne" fand sich unter den Einsendungen und wurde von den Juroren einstimmig zur besten Arbeit in der Altersgruppe B (7. und 8. Schuljahr) ernannt.

Der Preisträger Matthias Liebelt aus Öhringen ist in Rees kein Unbekannter: 2012 belegte er mit einer anderen Geschichte in der Altersgruppe A (5. und 6. Schuljahr) den ersten Platz. In dieser Gruppe siegte diesmal Magnus-Benedikt Pikwo aus Waltersdorf. In der Gruppe C (9. und 10. Schuljahr) setzte sich Ansgar Riedißer aus Renningen durch, in der Gruppe D (11. bis 13. Schuljahr) überzeugte Katharina Schröder aus Groß-Rohrheim.

Bei der Preisverleihung im Reeser Bürgerhaus am 23. November wird der Schauspieler Michael Dick die prämierten Geschichten vorlesen, die jungen Autoren erhalten Geldpreise von bis zu 300 Euro sowie Übernachtungsgutscheine vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) und ein Präsent vom RWE. Ein weiterer Sponsor ist die Stadtsparkasse Emmerich-Rees. Deren Vorstandsvorsitzender Horst Balkmann versprach eine langfristige Unterstützung des Tom-Sawyer-Preises: "Das Geld ist gut angelegt in einer Zeit, in der Chat, SMS und Twitter dominieren und junge Leute den guten Umgang mit der Sprache verlieren."

Die Jurorin Dr. Claudia Groenewald lobte die hohe Qualität der prämierten Beiträge, kritisierte aber die Rechtschreibfehler in anderen Einsendungen.

Juror Julius Brüntink, der 2008 selbst den Tom-Sawyer-Preis gewann, freute sich über die "ungetrübte Kreativität" in den Beiträgen aus den fünften und sechsten Klassen.

Auch Mit-Initiator Andreas Daams erkannte bei den jüngsten Autoren einen starken Wandel: "Die Texte sind ein Spiegelbild dessen, was an guter Jugendliteratur auf dem Markt ist und was die Kinder lesen. Das Harry-Potter-Zeitalter ist überwunden, wir nähern uns wieder der großen Literatur."

Ebenfalls zur Jury gehörten Barbara Edwards von der Stadtbücherei Rees, die Journalistin und Moderatorin Angela Furtkamp, die am 23. November durch die Gala führen wird, sowie die Journalisten Heiner Frost, Volker Himmelberg, Ludger Kazmirczak und Michael Scholten. Das Begleitbuch "Geht's noch?" ist für 9,80 Euro in Buchhandlungen und beim BürgerService im Reeser Rathaus erhältlich. Der Verlag "edition anderswo" hat es in einer Startauflage von 300 Exemplaren drucken lassen.

Als kleinen Wermutstropfen wertete Kulturamtsleiter Ludger Beltermann, dass die Zahl der eingesandten Beiträge im Vergleich zu den Vorjahren gesunken sei, obwohl der bundesweite Werbeaufwand erhöht wurde. Während von den 162 Beiträgen immerhin 75 aus dem Kreis Kleve kamen, war die Resonanz aus Rees enttäuschend: Nur drei Reeser Schüler beteiligten sich am Wettbewerb, keiner von ihnen zählt zu den Preisträgern. "Wir werden intensiv daran arbeiten müssen und gezielt die Lehrer der weiterführenden Schulen ansprechen", sagte Ludger Beltermann im Hinblick auf den siebten Tom-Sawyer-Preis, der im Jahr 2016 verliehen werden soll.

(ms)
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