Jungen Radlern aus Rees geht bei Verkehrs-Aktion ein Licht auf

Verkehrssicherheit in Rees : Jungen Radlern geht ein Licht auf

Zahlreiche Schüler lernten bei der Wander-Ausstellung „Aktion Licht“, wie wichtig die Beleuchtung im Straßenverkehr ist.

Henry, Merlin, Noel und Silvine finden es richtig spannend, was ihnen Hauptkommissar Werner Schwarz so alles zum Thema richtige Beleuchtung am Fahrrad erklärt. Die Fünftklässler der Realschule nehmen gerade teil an einer Schulstunde, in der ihnen im PZ des Schulzentrums im Rahmen der Wander-Ausstellung „Aktion Licht“ viel über Sicherheit erklärt wird – ihre Schulkameraden von Hauptschule und Gymnasium folgen einen Tag später.

Sehen und gesehen werden ist gerade in der dunklen Jahreszeit wichtig auf den Straßen. „Was die Sicherheit betrifft, ist die Beleuchtung wohl mit am Wichtigsten“, erklärt Alexander Czapla von der P3 Agentur, die die Ausstellung landesweit für die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden in NRW, kurz AGFS, organisiert. Der gehört Rees als fahrradfreundliche Stadt an – und muss deshalb als Schulträger nur für einen der beiden Tage die Kosten tragen. Insgesamt kommen im Land 60 Schulen in den Genuss der Ausstellung.

„Nur Armleuchter fahren ohne Licht – sehen und gesehen werden“ lautet das Motto. Und das wird den insgesamt knapp 400 Schulkindern in Rees an vier Ständen näher gebracht, nachdem ihnen vorab Alexander Czapla kurz den Ablauf erklärt hat.

Schnell erkennen die Mädchen und Jungs etwa, dass die heutigen LED-Lampen viele Vorteile gegenüber den herkömmlichen Fahrrad-Lampen haben. „Hier leuchten die Birnen auch dann noch, wenn ihr zum Beispiel an der Ampel steht“, sagt der Polizist und demonstriert das gleich einmal an einem Fahrrad.

Beim zweiten Stand „Reparaturkurs“, der von den heimischen Fahrrad-Händlern Arntzen und Giesing betreut wird, müssen die Schüler kleine Fehler an dem Rad entdecken, die absichtlich eingebaut wurden. Mit ein paar handgriffen sind die Fehler in Ordnung gebracht. „Hier lernen die Jugendlichen Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Reiner Terlinden. Der Fahrrad-Fachmann zeigt ihnen etwa, wie man einen ausgeharkten Bremszug wieder anbringt. Und worauf man sonst noch achten sollte. „Ganz wichtig ist, immer genug Luft in den Reifen zu haben“, betont der Arntzen-Mitarbeiter.

Richtig spannend wird es für die Realschüler, als sie am dritten Stand in eine „Blackbox“ schauen und dort eine Verkehrssituation mit Radlern sehen. Hier müssen sie zählen, wie viele der Radfahrer mit oder eben ohne Licht unterwegs sind. „Dadurch erkennen die Schüler, wie schwierig nicht beleuchtete Radfahrer zu erkennen sind“, beschreibt Czapla den pädagogischen Zweck der Übung.

Immerhin bekommen die Teilnehmer, die sogar die schwerer erkennbaren Fahrradfahrer entdeckt und richtig gezählt haben, am Ende zusätzlich zu kleinen Reflektoren, die alle erhalten, noch eine reflektierende Weste und ein Reflektoren-Band. Um Reflektoren geht es auch am vierten und letzten Stand, der von Mathe- und Kunstlehrer Florian Marski betreut wird. Marski kümmert sich an der Schule allerdings auch um Verkehrserziehung. Dort können die Fünftklässler durch ein Loch hindurchschauen, das den Blickwinkel des Autofahrers durch die Frontscheibe simuliert. „Die Kinder nehmen so Fahrradfahrer und Fußgänger aus der Perspektive des Autofahrers wahr, die Leuchtkleidung tragen“, beschreibt Alexander Czapla die Aktion, die mehr Vorsicht im Verkehr zum Ziel hat.

(rey)
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