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Junge Leute feiern im Room46 in Emmerich

Emmerich   : Hier feiern die jungen Leute in Emmerich

Im November 2019 erwarb Brian Claußen den Room46 am Neumarkt. Der Club soll zu einer beliebten Anlaufstelle in der Rheinstadt avancieren. Doch bislang erschweren Corona und Baumaßnahmen das Geschäft.

Das Nachtleben in Emmerich ist recht überschaubar. Nur wenige Anlaufstellen bieten Anlass zum Ausgehen am Wochenende. Das möchte der aus Frankfurt stammende Brian Claußen ändern. Vor über zwei Jahren hat der Gastronom die Räumlichkeiten des alten Rios am Neumarkt erworben und das Inventar erneuert.

Doch schon vor der geplanten Eröffnung musste der Room46 coronabedingt schließen. Nun bereiten Baumaßnahmen und der ehemals nicht besonders gute Ruf Sorgen. Dennoch möchte der Club in Zukunft wieder mehr Emmericher für sich gewinnen.

Brian Claußen ist mit einem größeren Angebot an Clubs, Kneipen und Bars vertraut. Auf Frankfurts Ausgehmeilen kommen Nachtschwärmer immer auf ihre Kosten. „Ich war schockiert von dem Angebot in Emmerich, es gab keine vernünftige Diskothek. Daher wollte ich Emmerich einen Club geben, der von Jung und Alt besucht und gut angenommen wird. Gleichzeitig baue ich mir mit dem Room46 ein eigenes Standbein auf. Doch es geht mir vor allem darum, dass der Club sich in der Rheinstadt trägt. Möglicherweise wirft dieser dann irgendwann etwas ab“, sagt der 30-Jährige. Hauptberuflich ist Brian Claußen stellvertretender Geschäftsführer zweier Spielcasinos in Emmerich.

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Bis die Räumlichkeiten des alten Rios am Neumarkt aufgrund der verlorenen Konzession des vorherigen Betreibers zum Verkauf standen, ergriff Brian Claußen die Chance. Das Inventar konnte er für 60.000 Euro erwerben, der gebürtige Frankfurter bot deutlich weniger. Einen Monat später konnte man sich einigen.

Jedoch war das Ladenlokal durch die Stadt Emmerich versiegelt worden, der neue Inhaber selbst konnte die Räumlichkeit vor dem Kauf nicht besichtigen. Es fielen Kosten an, die dreimal so hoch waren wie eigentlich geplant. „Wir mussten fast alles neu machen, renovieren und entkernen - vom Fußboden bis zur Decke. Dazu haben wir das Kühlhaus und die Musik- und Lichttechnik erneuert. Neue Möbel mussten ebenfalls her“, erklärt Brian Claußen.

Nach den Schwierigkeiten bei der Zulassung des Rooms46 und den Renovierungsarbeiten sollte der Club im Frühjahr 2020 endlich öffnen. Der erste Lockdown folgte jedoch rasch. „Der Start verlief ziemlich schlecht für uns, wir haben uns von Lockdown zu Lockdown gehangelt. Zwischenzeitlich durften wir nur als Bar oben öffnen, die Tanzfläche im Keller blieb geschlossen. Wir sind nun froh, seit Anfang März endlich vernünftig geöffnet zu haben. Es ging in den vergangenen Wochen definitiv bergauf “, so der Inhaber.

Corona ist derzeit keine Hürde für den Club, doch ein anderes Problem stellt den Room46 auf die Probe: Die Zufahrt zum Club ist gesperrt, denn die Straße vor dem Eingang wurde aufgerissen. „Durch die Baumaßnahmen am Neumarkt hat sich die Gästezahl mindestens halbiert, wir sind nur noch erreichbar über die Rheinpromenade. Die Baustelle läuft noch einen Monat lang, in dieser Zeit müssen wir Kosten einsparen. Das bedeutet, dass wir unsere Öffnungszeiten für diese Wochen verkürzt haben und Events absagen mussten. Das ärgert uns natürlich“, sagt Brian Claußen im Gespräch mit unserer Redaktion.Trotz mehrerer Baustellen bleibt der Inhaber aber zuversichtlich. Veränderungen sind für die Zukunft anvisiert.

So sollen die Veranstaltungen größer werden, Live-Acts und Open-Air-Partys stehen auf der Agenda. Neonpartys sollen ebenfalls gefeiert werden, so der 30-Jährige. „Es gibt noch viel Luft nach oben. Wir als Team geben uns wirklich große Mühe. Szenemäßig ist der alte Rio-Ruf immer noch eine Belastung für uns, diesen wollen wir aus der Welt schaffen. Wir achten darauf, wen wir reinlassen und wir bieten unseren Gästen nur gute Produkte an – von unserer großen Getränkepalette bis hin zu unterschiedlichen Musikgenres. Dadurch wollen wir noch mehr Emmericher zu uns locken, jede Altersgruppe ist bei uns herzlich willkommen. Wir sind kein 0815-Club, denn wir halten den Room46 sauber“, sagt der 30-Jährige.