Emmerich: "Jugendchor" wieder aktiv

Emmerich: "Jugendchor" wieder aktiv

Er ist einer der berühmtesten Söhne Emmerichs: Gottfried Wolters. Im April wäre er 100 Jahre alt geworden. Deshalb findet im Stadttheater ein Festakt statt, an dem auch der ehemalige Jugendchor teilnimmt.

Bereits zum 185-jährigen Bestehen des Emmericher Bürgervereins hatte der Jugendchor im November 2008 ein vielbeachtetes Comeback im PAN gewagt. Mittlerweile zwischen 40 und 60 Jahre alt, sprach Mitglied Freddy Heinzel sogar vom "ältesten Jugendchor Deutschlands".

Anscheinend hat den Mitgliedern, von denen viele mittlerweile in ganz Deutschland verstreut wohnen, die Rückkehr auf die Bühne gut gefallen. Denn am Samstag, 17. April, werden sie den Festakt für Gottfried Wolters musikalisch begleiten. Denn dann wird ab 17 Uhr der 100. Geburtstag des Komponisten begangen.

Gottfried Wolters, geboren am 8. April in Emmerich, studierte nach seinem Abitur Germanistik und Musikwissenschaft in Köln und Berlin. Er war Komponist, Herausgeber, Tonsetzer, Pädagoge, leidenschaftlicher Chor- und Singleiter. Als Chorleiter war er von außergewöhnlich Güte, hatte einen enorm hohen künstlerischen Perfektionsanspruch und seine Arbeiten waren stets geprägt von der vorbehaltlosen Hingabe an das Singen.

Wolters, Bruder vom langjährigen Bürgermeister Franz Wolters, verstand es, seine erzieherischen Absichten mit seinen künstlerisch-handwerklichen Erwartungen zu verbinden. Mit seinen Rundfunkaufnahmen für den NWDR wurde "Der Norddeutsche Singkreis" unter seiner Leitung einem großen Publikum bekannt. Dieser Singkreis erreichte mit seinem außerordentlich breiten und vorwiegend auswendig gesungenen Repertoire ein völlig neues Klangideal und bereiste alsbald auch das Ausland. Der Norddeutsche Singkreis gab im Zeitraum 1950 bis 1967 150 Konzerte, 150 Offene Singen und spielte 170 Rundfunksendungen und 28 Schallplatten ein.

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Gottfried Wolters gehörte 1960 zu den Gründern der Europäischen Föderation Junger Chöre und prägte den Namen "Europa Cantat" für die europäischen Chorfeste. Er setzte das Offene Singen als grundlegende Veranstaltungsform dieses auf Begegnung durch Musik abzielenden Treffens durch. Die von ihm herausgegebenen Chorhefte zu den Europa Cantat-Treffen bildeten die Grundlage für ein europäisches Repertoire der Chormusik.

Für den Chorleiter Wolters standen bei seiner europäischen Arbeit die grenzüberschreitenden Folgen im Vordergrund, so dass ein bedeutungsvolles Ziel erreicht war, als 1988 erstmals in einem Ostblockland (Pecs/Ungarn) ein "Europa Cantat-Fest" stattfinden konnte.

Am 25. Juni 1989 verstarb Gottfried Wolters.

(RP)