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Joachim Sigmund von der BGE will Bürgermeister in Emmerich werden

Spannender Wettkampf in Emmerich : BGE will Sigmund als Bürgermeister

BGE-Chef Joachim Sigmund will im September das Rathaus erobern. Damit ist die Riege der aussichtsreichsten Kandidaten in Emmerich komplett. Und es zeichnet sich eine Stichwahl um das höchste Amt der Stadt ab.

Die Bürgergemeinschft Emmerich (BGE) wird mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Emmerich gehen. Ihr Chef Joachim Sigmund hat am Montag in der Fraktion seine Bewerbung um die Kandidatur abgegeben. „Die Fraktionsversammlung und der Vorstand der BGE haben das einstimmig begrüßt“, so Sigmund am Freitag. Sigmund betonte: „Wir wollen den Wechsel im Bürgermeisteramt.“ Bürgermeister Peter Hinze habe die BGE enttäuscht.

Die BGE wird sich am 27. März in der Societät treffen, um die Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September aufzustellen und um über ihren Bürgermeisterkandidaten abzustimmen. Es dürfte klar sein, dass der Spitzenkandidat Joachim Sigmund heißen wird.

BGE-Chef Joachim Sigmund (63) tritt zum zweiten Mal an. Foto: van Offern, Markus (mvo)

Damit zeichnet sich ein Kampf unter den „großen Drei“ in Emmerich ab. Bürgermeister Peter Hinze (SPD) hat bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass er wieder antreten möchte. Bei der CDU ist klar, dass ihr Fraktionschef Matthias Reintjes ins Rennen gehen wird. Und nun hat auch die BGE die Linie vorgegeben.

Amtsinhaber Peter Hinze (59) möchte noch einmal gewählt werden. Foto: Stadt Emmerich/Markus van Offern
CDU-Fraktionschef Matthias Reintjes (31) tritt zum ersten Mal an. Foto: reintjes

„Ausschlaggebend war vor einigen Wochen die Entscheidung des NRW-Verfassungsgerichtes, die Stichwahl in NRW wieder zuzulassen“, so Sigmund. Gemeint ist, dass es im September nur der Kandidat im ersten Anlauf schafft, der über eine absolute Mehrheit der Stimmen verfügt. Geschieht das nicht - und davon ist in Emmerich auszugehen - treten die beiden Kandidaten gegeneinander an, die die meisten Stimmen auf sich vereint haben.

Sigmund glaubt, dass seine Chancen im September gut sind. 2015 trat er schon einmal an, kam aus der zweiten Reihe der BGE. Und ihn trennten vom Zweitplatzierten Johannes Diks damals nur 500 Stimmen. Heute ist er Chef der BGE im Rat und auch Vorsitzender des Vereins (die BGE ist eine Wählergemeinschaft, keine Partei). Und er ist der Öffentlichkeit heute sehr wohl bekannt.

Und auch Emmerich kennt der gebürtige Baden-Württemberger, der seine Kindheit in Duisburg-Walsum verbrachte, bestens. Von 1977 bis 1979 leistete er hier seinen Grundwehrdienst, war vom Jahr 2000 bis 2003 Kommandeur der Moritz-von-Nassau-Kaserne und lebt seit 20 Jahren in der Rheinstadt.

Die 18 Wahlbezirke für die Wahl im September hat die BGE bereits mit Kandidaten besetzt. Und auch die Liste, auf der die aussichtsreichsten Kandidaten stehen, damit sie sicher in den Rat einziehen können, steht fest. Auf Platz eins steht Sigmund, Platz zwei soll an Christopher Papendorf gehen. Platz drei an Udo Tepass. Auf Platz vier steht Jörn Bartels, Platz fünf geht an André Spiertz.

Möglicherweise wird die Liste auch für weitere Bewerber der BGE spannend, denn sie will zweitstärkste Kraft in Emmerich werden und  die SPD überholen. Dann wären wohl sechs, sieben oder acht Sitze im Rat möglich. Denn bei der Kommunalwahl 2020 sollen 36 Volksvertreter in den Rat gewählt werden. Das hat die Emmericher Politik mit Mehrheit beschlossen. Das sind zwei Ratsmitglieder mehr als derzeit. Der Grund: Weil Emmerich auf über 30.000 Einwohner angewachsen ist, müssten 2020 eigentlich 44 Ratsmandate vergeben werden. Weil das zu viele sind, hat sich die Politik auf 36 geeinigt.

Das leitet über zu einer zweiten Änderung im September. Es gibt keine Sperrklausel mehr. Das wird dafür sorgen, dass vermutlich acht Parteien im Rat vertreten sind. Es könnten sein: CDU, SPD, BGE, Grüne, AfD, Linke, BSD (Thomas Meschkapowitz) sowie UWE (Gerd Bartels).