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Emmerich: Jetzt hofft auch Hüthum auf EU-Gelder

Emmerich : Jetzt hofft auch Hüthum auf EU-Gelder

Die Betuwe-Problematik sollte am Donnerstag ein Thema des CDU-Tages in Hüthum sein. Doch EU-Politiker Florenz sagte ab. Ähnlich wie in Elten wollen die Betroffenen Gelder der EU. CDU-Politikerin Klöckner überzeugte im Waldschlösschen.

Mit einer Enttäuschung begann gestern der Hüthumer-CDU-Tag, an dem traditionell bekannte Politiker den Ort besuchen. Julia Klöckner, stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU und Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, war pünktlich da. Allerdings hatte sich Karl-Heinz Florenz, Mitglied des Europäischen Parlaments, entschuldigt. Und gerade auf ihn hatten einige Hüthumer ihre Hoffnungen gesetzt.

"Wir wollten gemeinsam mit ihm zum Bahnübergang an der Felix-Lensing-Straße fahren, um die Betuwe-Situation zu erklären, mit der Bitte, zu prüfen, ob eventuell im Rahmen der EU etwas zu machen sei mit besonderen Fördermöglichkeiten", erklärte Ratsmitglied Kurt Reintjes. Jetzt wolle man dem Europapolitiker die Unterlagen auf dem Postweg zuschicken.

Ähnlich hatte es bereits vor wenigen Wochen geklungen, als die Eltener SPD ihr Wahlprogramm vorgestellt hatte. Da erklärten die Kandidaten, dass sie auf mögliche Gelder der Europäischen Union hoffen, mit denen eine Lösung für Elten gefunden werden könne.

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Bekanntlich erwarten die Eltener, dass die Bahn für das dritte Betuwe-Gleis nicht den Eltenberg anknabbert. Alternativen sind teuer, wenn es zum nicht lösbaren Konflikt mit der Bahn kommt. Sogar die Stadt Emmerich könnte dann an den Kosten beteiligt werden. Weil es sich bei der Betuwe-Linie um eine europäische Eisenbahnverbindung von Rotterdam bis nach Genua handelt, sollte auch Europa für die Schäden vor Ort in den einzelnen Städte aufkommen. lautete schon in Elten die Argumentation. Nun auch in Hüthum, wo sich die CDU bekanntlich vehement für eine Lösung des Unterführungsproblems einsetzt.

Angesprochen auf die Probleme mit der Betuwe zeigte gestern auch Julia Klöckner Verständnis: "Bei Projekten wie dem Berliner Flughafen und dem Nürburgring werden Milliarden verschwendet, und bei der Betuwe sträubt man sich, wenige Millionen Euro zur Verfügung zu stellen für bürgerfreundliche Übergänge. Das ist dem Bürger nicht zu vermitteln."

Ohnehin machte Klöckner gestern eine gute Figur. Über 100 Gäste hörten in der Gaststätte "Am Waldschlösschen" ihren Vortrag. Eine Stunde sprach sich verschiedene Themen an. Ohne Manuskript.

"Europa beginnt vor der Haustür", sagte sie zur Europawahl. "Die Leute, die Sie vor Ort wählen, können Sie direkt ansprechen." Die Jugendarbeitslosigkeit etwa sei ein Europa-Thema. Zur "Inklusion" meinte sie: "Kinder mit Behinderungen gehören in die Mitte der Gesellschaft. Aber man soll individuell entscheiden, was das Beste für das Kind ist. Förderschulen sind eines von mehreren Angeboten." Wenn die Kommunen sich um die Inklusion kümmern sollen, müsse auch das Geld dahin fließen.

Weiter ging es um Finanzen: Nordrhein-Westfalen gebe jährlich vier Milliarden Euro an Zinslasten aus. "Wir müssen an soliden Finanzen arbeiten." Ein weiteres Thema war die Rentenreform, bei der sie Stellung bezog für die Mütterrente.

(RP)