Jens Schmitz ist Schützenkönig 2019 in Grietherbusch

Brauchtum : Der überraschte Schützenkönig

Eigentlich wollte Jens Schmitz in Grietherbusch nur seinen Schützenkameraden Alexander Hülkenberg unterstützen und schoss dann selbst den Vogel ab.

Eigentlich war schon alles klar bei den Schützen der St. Johannes Bruderschaft Grietherbusch-Grietherort: Alexander Hülkenberg wollte Schützenkönig werden und zunächst verlief alles nach Plan. Er traf beim Königsschießen den Vogel mehrmals und der wackelte schon bedrohlich. Die umstehenden Schützen waren sich sicher, dass der Vogel beim nächsten Schuss fällt. Doch der Vogel fiel, bevor Hülkenberg das Gewehr nachgeladen hatte und so wurde nach dem 45. Schuss um 22.58 Uhr sein Mitbewerber Jens Schmitz überraschend zum neuen Schützenkönig.

Der 25-Jährige hatte seinen Kollegen vom 8. Zug nur unterstützen wollen, damit es ein spannendes Königsschießen wird: „Wenn auch überraschend, so freue ich mich doch sehr auf das kommende Jahr als König in Grietherbusch.“ Königin an der Seite des Melktechnikers wird eine Freundin von ihm, Helena Krampitz (23), Fachangestellte für Arbesmarktdienstleistungen. Die beiden lösen Stefan Lanzerath und seine Karolina ab, die im vergangenen Jahr die Schützenbruderschaft angeführt hatten.

Den Kopf des Vogels schoss Andreas Elbers ab, Ingo Grunewald den rechten und Benedikt Heveling den linken Flügel. Der Reichsapfel fiel beim Schuss von Felix Schmitz, das Zepter durch Philipp Lanzerath. Eine Besonderheit in diesem Jahr war das Vereinskaiserschießen am Samstagabend. „Dieses Schießen findet nur alle zehn Jahre statt. Alle ehemaligen Schützenkönige dürfen mitschießen. Der Gewinner trägt den Titel dann für die nächsten zehn Jahre“, erklärt Manuel Lörcks, Pressesprecher der St. Johannes Schützenbruderschaft. Hierbei setzte sich Karl Köster durch und darf sich von nun an für zehn Jahre mit dem Titel Kaiser anreden lassen. Heiner Lörcks traf den Kopf des Vogels, Anton Borkes den rechten Flügel und Michael Cornelißen den linken Flügel.

Eine ganz besondere Ehre wurde Marc Daniels vom 7. Zug zuteil. Er erhielt das silberne Verdienstkreuz. „Marc setzt sich seit Jahren ehrenamtlich für den Verein ein, auch außerhalb der Schützenfestzeit. Es ist etwas Besonderes, dass er es bereits mit Anfang 30 bekommt, eigentlich erhält man das Kreuz erst in höherem Alter“, erzählt Lörcks.

(Julia Latzel)
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