1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Jahresausstellung im Haus im Park Emmerich

Emmerich : Vielfalt im Haus im Park

Die Galerie im Rheinpark präsentiert ab dem 5. Dezember ihre Jahresausstellung. Insgesamt 15 Künstler aus verschiedenen Städten stellen ihre Kunstwerke aus. Die Galerie überzeugt durch facettenreiche Kunst.

Bilder und Skulpturen aller Art strahlen in den lichtbefluteten Räumen. Intensive Farben und Formen stechen sofort ins Auge. Die Galerie Haus im Park setzt auch in der diesjährigen Jahresausstellung auf besondere Vielfalt. 15 Künstler stellen ihre Kunstwerke zum Verkauf aus.

„Wir wollen einfach wieder etwas anbieten, denn auch die Kunstszene hat in der letzten Zeit gelitten“, sagt Werner Steinecke, Vorsitzender des Kunstvereins in Emmerich. Aus diesem Grund öffnet das Haus im Park vom 5. Dezember bis zum 9. Januar seine Pforten für kunstinteressierte Besucher. Von Keramikskulpturen über Kunstgießerei bis hin zu abstrakten Malereien – die Galerie des Kunstvereins bedient alle Geschmäcker. Die letzte Kunstaustellung hat im Sommer stattgefunden. Damals zeigte Monika Buchen ihre Werke. Organisiert werden die Ausstellungen in der Galerie im Rheinpark von Oliver Kretschmann.

 Die Hamburgerin Svenja Maass nimmt sich alte Kunstkataloge oder Bücher zur Hand und übermalt bestimmte Werke
Die Hamburgerin Svenja Maass nimmt sich alte Kunstkataloge oder Bücher zur Hand und übermalt bestimmte Werke Foto: Emma Büns

Die Jahresausstellung wurde mit viel Liebe zum Detail organisiert. Viele der Künstler, die sich in diesem Jahr beteiligen, stammen vom Niederrhein. Andere wohnen in Hamburg, Oldenburg, Neuss, Köln oder gar Dortmund. So auch Dirk Pleyer, der mit Farbe auf Leinwänden malt. „Seine Bilder sind sehr abstrakt, erinnern aber an die See. Die verschiedenen Grün- und Blautöne spiegeln dies wider“, erklärt Steinecke. Links von den Malereien Pleyers werden die Wolkenbilder von Sigurt Gottwein aus Rees gezeigt. Verschiedene Farbtöne wurden hierfür verwendet. „Natürlich darf auch der beliebte Art-Connection-Kalender nicht fehlen. Dieser ist meistens ausverkauft. Für 90 Euro kann man die zwölf Bilder bereits erwerben“, so der Vorsitzende des Kunstvereins.

  • Ein Blick in das Foyer der
    Kunst in Neuss : Alte Post mit Jahresausstellung im XXL-Format
  • Küstler Florian Kuhlmann und Galerist Andreas
    Kultur in Düsseldorf : Diese Kunst ist in den Galerien zu sehen
  • Das neue Kunstwerk „Türhüter“ im Vorster
    Kunstwerk im Vorster Wald : Kritik an "Türhüter" lässt Kunstverein kalt

Wer sich auf den Weg zur Treppe der Galerie begibt, kann die Keramikskulpturen von Christa Baumgärtel aus Oldenburg nicht unbeachtet lassen – ebenso wenig die abstrakte Kunst der Hamburgerin Svenja Maass. „Die Künstlerin nimmt sich alte Kunstkataloge oder Bücher zur Hand und übermalt bestimmte Werke davon. So hat sie Porzellanschalen zu Salamiescheiben gefertigt“, erzählt der 74-jährige. Ein Kunst-Automat befindet sich ebenfalls im Eingang. Wer sechs Euro hineinwirft, bekommt eine kleine Schachtel mit Kunstwerken. Bekannte Künstler wie Janusz Grünszpek beteiligen sich an kleinen Überraschungen.

Wer das Obergeschoss betritt, sieht an einer Wand Bilder des Künstlernotgeldes vom Niederrhein, ein Zusammenschluss zahlreicher Künstler. „Die Bilder sehen aus wie bunte Geldscheine. Der Betrag, der auf diesen Bildern steht, wird nach einem Kauf an die Künstler selber gezahlt – denn diese hatten es in der Corona-Zeit nicht einfach“, sagt Werner Steinecke.

Ein Highlight der diesjährigen Jahresausstellung seien ohne Zweifel die Werke des Klevers Willfried Porwol. Mit einer alten Technik, dem Holzstich des 19. Jahrhunderts, fertigt er Bilder an. So auch das Bild „Luzifers Spiel zu Hüthum“: ein Teufel, der auf einem der Stützbogen der neugotischen Kirche in Hüthum steht und Querflöte spielt. „Dieses Bild habe ich 2018 entworfen, die Fortsetzung des Werkes, ´Luzifers Geläut zu Hüthum´ entstand in diesem Jahre“, erzählt der Künstler. Das Bild zeigt erneut einen Teufel, der sich an ein Seil des Glockenturms in Hüthum hängt. Das Besondere: Man muss genau hinsehen, um zu erkennen, dass der Künstler mit einer perspektivischen Verdrehung in seinen Bildern spielt.

Das Spiel mit Wahrnehmung, Tarnung und Verdrehung kennzeichne seine Bilder, so Porwol. Seine zweite Leidenschaft sei es, politische Motive zu kreieren. Die ´rechte Schmuddelecke´, hinter dessen Vorhang sich ein weiteres Bild verbirgt, sei erst ab 18 Jahren zu betrachten. „Spannung ist ebenfalls ein Aspekt der Kunst“, sagt Willfried Porwol.

Um das Haus im Park besuchen zu können, wird die 2G-Regel kontrolliert. Gruppen werden in kleinen Abständen in die Galerie im Rheinpark hereingelassen und können so ungestört die Ausstellung begutachten. „Doch am Sonntag gibt es auch Glühwein zur Eröffnung um 15 Uhr “, sagt Werner Steinecke vom Kunstverein.