Isselburger Hütte besteht seit 225 Jahren

78 Millionen Euro Umsatz : Im Jubiläumsjahr „brummt“ die Hütte

Seit 225 Jahren fertigt das Unternehmen in Eisenguss. Am 30. Juni lag der Umsatz bei 78 Millionen Euro.

  78 Millionen Euro – so viel betrug am 30. Juni der Umsatz der Isselburger Hütte. Nicht nur das ist ein Grund zum Feiern für das Unternehmen an der Minervastraße. Der Produzent von einbaufertigem Eisenguss – etwa für Gehäuse, Achsen, Schwungräder, Bremsscheiben und Ölwannen – feiert seinen 225. Geburtstag.

Geschäftsführer Dirk Engels. Foto: DIANA ROOs

Gegründet wurde die Isselburger Hütte im Sommer 1794 von Leopold Wilhelm Schmölder unter dem Namen Minerva Hütte. Um die Hütte zu betreiben, nutzte der findige Geschäftsmann die örtlichen Vorkommnisse an Raseneisenstein als Rohstoff und das Gefälle der Issel für den Antrieb eines Wasserrades als Energiequelle.

Die Geschäfte liefen gut. Bereits im April 1797 konnten zehn Meister und 60 Arbeiter beschäftigt werden. Eine Zahl, die mittlerweile deutlich ausgebaut ist. Denn derzeit beschäftigt das Unternehmen 300 Mitarbeiter und acht Auszubildende.

Bereits 1804 wird das Unternehmen zum ersten Mal verkauft. Johann Friedrich Nering Bögel betreibt die Hütte mehr als 100 Jahre. Zum Portfolio in der Fertigung gehören Dampfzylinder, Leuchttürme und Briefkästen.

Die Kriegswirren gehen auch an dem Unternehmen nicht vorüber. Im März 1945 wird das Werk zerstört. Doch nach nur einem Monat startet man, wenn auch notdürftig, wieder mit der Produktion. Am 1. September 1988 verkaufte die KLöckner-Humboldt-Deutz AG die Isselburger Hütte an die holländische Schuttersveld Holding.

Ein Schritt, der eine Neuausrichtung zur Folge hat. Die Hütte wird zum Spezialisten für fertig bearbeitete Komponenten aus Eisenguss. Die Bauteile aus Isselburg finden sich in Eisenbahnen, Traktoren, Baumaschinen, Stapler, Pumpen, Kompressoren und auch Robotern. Wer also in München mit einem Hybridbus fährt oder die U-Bahn in London oder New York nutzt, der kann sicher sein: Hier ist auch ein Bauteil aus Isselburg verbaut.

Und heute? Heute ist und bleibt die Isselhütte ein wichtiger Arbeitgeber im Herzen der Stadt. Und natürlich wurde im Jubiläumsjahr abermals in zukunftsweisende Projekte investiert. So etwa in die Sandaufbereitung, den Schmelzbetrieb, Kernschießmaschinen, in die Bearbeitungsstraße für Schwungräder und auch die Versandhallen.

Dass es das Traditionsunternehmen Isselhütte nach all den Jahren und auch Krisen noch gibt, sei vor allem einer Sache zu verdanken, wie Dirk Engels, der seit 2013 an der Spitze des Isselburger Arbeitgebers ist, vor zwei Jahren erklärte: „Wir arbeiten in kleinen Stückzahlen und mit teilweise einbaufertigen Teilen“.

(seul)
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