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Investor will auf altem Grundschulgelände in Rees 65 Wohneinheiten bauen

Investor stellt Konzept vor : Wohnungen für das alte Grundschulgelände in Rees

Mit der Firma Hütten aus Hamminkeln hat die Stadt Rees einen Investor für das Gelände der alten Grundschule gefunden. Bis auf die Turnhalle sollen alle Gebäude erhalten bleiben. Auf dem Areal werden 65 Wohneinheiten geplant.

Seit vier Jahren schon steht die alte Grundschule in Rees leer. Jetzt hat sich für das Gelände, das sich zwischen Sahlerstraße, Greisstraße und dem Hermann-Terlinden-Weg befindet, ein Investor gefunden, der dem Areal mit einer Wohnbebauung neues Leben einhauchen will. Die Firma Hütten-Immobilien aus Hamminkeln möchte dort in den alten Schulgebäuden 29 Wohneinheiten errichten sowie vier Doppelhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser neu bauen. Insgesamt sind 65 Wohneinheiten geplant, auch zwei bis für Büroräume sind vorgesehen. Der Rat der Stadt Rees hat dem Konzept bereits mit großer Mehrheit zugestimmt.

Das Projekt von Ute und Johannes Hütten sieht vor, nicht nur die denkmalgeschützten Gebäude zu nutzen, sondern auch die Schule „2000“, in der momentan noch der neue Kindergarten der Waisenhausstiftung provisorisch untergebracht ist, zu erhalten. „Das unterscheidet sie von allen anderen Investoren, mit denen wir bislang verhandelt haben“, erklärte Bürgermeister Christoph Gerwers am Donnerstag, als das Konzept präsentiert wurde.

„Wir sind eigentlich kein klassischer Bauträger, sondern betreiben vorwiegend nachhaltigen Bestandswohnungsbau“, eräuterte Johannes Hütten. Aber auch Neubauten hat die Firma schon verwirklicht, etwa in Wesel einen Komplex, in dem junge Behinderte wohnen, direkt gegenüber der Weseler Kreisbehörde an der Reeser Landstraße. „Der Charme dieses Projektes in Rees besteht für uns darin, dass wir Altes mit Neuem verbinden können“, erklärte Ute Hütten die Motivation, in den Standort alte Grundschule zu investieren.

Der Raesfelder Architekt Reinhold Eversmann stellte die Details vor: „Unsere Neubauten sollen sich von Höhe und Ausdehnung her an der denkmalgeschützten Bebauung orientieren.“ Für die Bestandsbauten sind Einraumappartements, aber auch Loftwohnungen geplant. Alles barrierefrei und erreichbar über Aufzüge, von denen drei vorgesehen sind, und insgesamt ein Mix, von dem die Investoren überzeugt sind, dass er Familien wie Senioren ansprechen wird.

Vorgesehen ist, dass alle Gebäude auf dem Komplex erhalten bleiben – auch das alte Toilettenhäusschen, das zu einem Fahrradunterstand umgebaut werden soll. Lediglich die alte Turnhalle soll abgerissen werden. Sie steht zwar ebenfalls unter Denkmalschutz, jedoch hat der Denkmalschützer aufgrund des schlechten Zustands des Gebäudes einem Abriss zugestimmt. „Die vielen Risse in den Wänden rühren daher, dass sich das Fundament aus den 1950er Jahre geradezu auflöst“, erklärte Kämmerer Andreas Mai. Auch Architekt Eversmann sieht das so. „Wir arbeiten häufig mit denkmalgeschützten Gebäuden, aber diese Halle zu retten, ließe sich wirtschaftlich nicht darstellen.“

Der Grüncharakter, den das Gelände hat, soll ebenfalls bestehen bleiben und Bäume, nur, wo es wirklich notwendig ist, gefällt werden. Die Planung wirkt locker und luftig, auch deshalb, weil nur 25 Prozent des insgesamt 11.500 Quadratmeter großen Areals bebaut werden sollen. „Aus dem Gelände hätte sich auch mehr rausholen lassen können, aber das wollen wir gar nicht“, erklärte dazu der Architekt.

„Die Wohnungen in den Altbauten sollen vermietet werden, für die Neubauten ist auch ein Verkauf vorstellbar“, sagte Johannes Hütten, dessen Frau die Vermarktung übernehmen wird. Auch zwei bis fünf Geschäftseinheiten sind geplant, Büros oder Praxen könnten hier einziehen.

Wichtig. Die Erschließung soll über den Norden erfolgen. Für alle Wohneinheiten wird es genügend Parkplätze geben, eine Tiefgarage ist geplant, damit die Autos der neuen Bewohner nicht in der Nachbarschaft abgestellt werden müssen. Der Spielplatz, der sich jetzt noch an der Sahlerstraße befindet, soll an die Greisstraße verlegt werden.

Noch sind die Planungen für den Komplex im „Skizzensstadium“. Auch Baurecht gibt es noch nicht. „Wir sind noch ganz am Anfang und müssen selbst erst auch nochmal durch unsere Gutachter prüfen lassen, ob wir alles so umsetzen können“, sagte Johannes Hütten.  Architekt Eversmann geht davon aus, dass der Baubeginn in zwei Jahren erfolgen könnte. Dann aber auch nicht auf einen Schlag, sondern Stück für Stück. „Das hängt natürlich auch von der Nachfrage ab“, so Eversmann.

Dass die da sein wird, daran zweifelt die Stadt Rees nicht, auch weil die Streuung der unterschiedlichen Wohntypen groß ist.  „Dieses Projekt wird der Stadt gut tun“, ist sich Bürgermeister Christoph Gerwers sicher.