1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Inselgasthof Nass in Rees mit "Dinner in the car"

Super Idee in Grietherort : Inselgasthof Nass mit „Dinner in the car“

Familie Nass setzt in der Corona-Krise auf eine spannende Idee. Der Erfolg gibt den Gastronomen recht. Die Kunden können das Essen auf dem großen Parkplatz direkt am Rhein genießen.

Mal wieder ausgehen in einem gemütlichen Restaurant, in schönem Ambiente köstliche Spezialitäten genießen – davon kann man in Corona-Zeiten nur träumen, denn Restaurants und Gaststätten sind geschlossen. Doch dank der Kreativität einiger Gastronomen ist das, wenn auch in reduzierter Form und natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln, möglich. „Wir bieten ein ‚Dinner in the Car‘ an“, sagt Christian Nass, Eigentümer des Inselgasthofes Nass in Grietherort. „Die Leute können das Essen auf unserem großen Parkplatz direkt am Rhein genießen – ein Erlebnis und ein Gefühl der Abwechslung zu Corona-Zeiten.“

Der Inselgasthof Nass ist ein seit Generationen tätiges Familienunternehmen. Das Lokal liegt am Rhein, es ist die Topadresse für besondere Fischspezialitäten von A bis Z – vom Aal bis zum Zander - und genießt einen sehr guten Ruf. Stammgäste kommen vom ganzen Niederrhein, aus den Niederlanden und dem Ruhrgebiet.

Das Restaurant ist immer gut besucht. Für den Gastwirten und seiner Familie war es schlimm, als das Restaurant wegen der Corona-Pandemie von jetzt auf gleich schließen musste. „Ab dem 24. März! Eine Woche vorher durften wir nur bis 15 Uhr geöffnet halten, das bedeutete bereits erhebliche Einbußen“, so Christian Nass. Schnell merkte er: Das wird eine längere Angelegenheit und überlegte, wie er unter Einhaltung der Regeln einen Abholservice anbieten könnte. „Wir haben großzügige Parkplätze, so dass genügend Abstand gegeben ist.“ Die Stadt Rees genehmigte den Außer-Haus-Verkauf.

 Chef Christian Nass vor seinem Lokal
Chef Christian Nass vor seinem Lokal Foto: Markus van Offern (mvo)
  • Blick auf den Tisch des Standesamtes
    Standesbeamtin berichtet : So läuft die Hochzeit in Corona-Zeiten
  • Neusser Unternehmen verhandelt mit „Kplus Gruppe“ : Augustinus-Gruppe stoppt Gespräche über Fusion
  • Claudia Middeldorf (r.) und ihre Tochter
    Mehr Unrat durch Alltags-Beschränkungen : Müll-Flut wegen Corona in Grevenbroich

Die Leute sollen möglichst einen Tag vorher oder am selben Tag bis spätestens zum Mittag ihre gewünschten Speisen telefonisch oder online (siehe Kasten) bestellen. Dafür gibt es eine spezielle Speisekarte. „Alles wird frisch zubereitet“, so der Gastwirt. Die Gerichte sind abwechslungsreich: Da gibt es als Vorspeise beispielsweise einen Cocktail von Tiefseegarnelen oder Riesengarnelen im Teigmantel, als Hauptspeise Rotzungen-, Zander-, Rotbarsch- oder Kabeljaufilet mit Beilagen. Außerdem stehen verschiedene Suppen im 1,1 Liter-Eimerchen und Kibbeling mit Aioli-Soße und Kartoffelsalat auf der Karte.

Die bestellten Speisen und Getränke holen die Gäste hinten über dem Hof an einem Fenster ab. „Die, die in der Nähe wohnen, nehmen die Speisen in einer Box mit. So bleiben sie warm und können gemütlich zuhause gegessen werden“, erzählt Christian Nass, der sich über die gute Resonanz, vor allem der Stammkunden, freut.

Die anderen Kunden, gerade die, die von weit her kommen, genießen ihr „Dinner in the Car“. Sie holen ihr Tablett ab und bekommen auf dem Parkplatz einen Stellplatz zugeteilt. Die Autos werden in ausreichendem Abstand zueinander positioniert. „Wenn sie fertig gespeist haben, lassen die Leute das Tablett einfach auf dem Tischchen neben ihrem Auto stehen“, erklärt der Gastwirt, der sich freut, dass er so seinem Personal eine Weiterbeschäftigung bieten kann. „Natürlich musste ich auch Kurzarbeit anmelden, aber ich brauchte keinen zu entlassen.“

Er hofft natürlich auf die Lockerung der Regeln für die Gastronomie. „Das soll eventuell ab dem 4. Mai sein, aber bisher haben wir vom Gaststättenverband noch keine konkreten Informationen.“

Gerade bei dem schönen Wetter der letzten Wochen zog es die Leute hinaus. Außerdem fährt ab Sonntag die kleine Fähre wieder über den Rhein, so dass auch etliche Radfahrer kamen und gerne die „Kibbelings to go“ und andere Speisen mitnahmen. Durch diese kreative Lösung der Familie Nass können die Menschen trotz Corona frische Luft, leckeres Essen und den Blick auf den Rhein und dem kleinen Örtchen Grieth gegenüber genießen.

„Es ist nicht einfach, auch in dieser Zeit präsent zu sein“, sagt Christian Nass. „Aber wenn die Leute kommen, ihren Karton mit dem Essen entgegennehmen und dann mit einem Lächeln gehen, dann freuen sich meine Frau und ich sehr.“