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In Emmerich-Speelberg entsteht ein Passivhaus für sozial schwache Familien

Bauvorhaben in Speelberg : Sozialer Wohnungsbau am „Rabbit Hill“

Dr. Dietmar Viertel und seine Frau Barbara lassen Am Hasenberg ein Mehrfamilienhaus in Passivbauweise errichten. Von den acht Wohneinheiten will die Stadt Emmerich einkommensschwache Familien profitieren lassen.

Die Bodenplatte ist schon gegossen. aber auch so lässt sich bereits erkennen, dass sich in Speelberg an der ehemaligen Adresse Am Hasenberg 109 bis 115 einiges getan hat. Dort, wo bis vor etwa acht Wochen noch vier ältere Häuser standen, die der Stadt Emmerich gehörten, soll jetzt ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten entstehen. „Ein besonderes Projekt“, wie Dr. Dietmar Viertel, der das Haus zusammen mit seiner Frau Barbara bauen lässt, bei der Grundsteinlegung am Donnerstag erklärte.

Denn geplant ist ein modernes Haus in Passivbauweise, dessen Wohnungen trotz des erheblichen Aufwandes – unter anderem mit einer besonders starken Dämmung und der Beheizung über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem – für einkommensschwache Familien erschwinglich sind. „Der Quadratmeterpreis wird bei 5,95 Euro liegen“, erklärte der Bauherr, der hofft, dass der angestrebte Preiskorridor für das Projekt eingehalten werden kann, auch wenn momentan die Baupreise stark anziehen.

Die Straße Am Hasenberg gehörte früher nicht zu den besten Adressen Emmerichs. Als „Rabbit Hill“ oder „Wau-Wau-Siedlung“ kennen noch viele alteingesessene Emmericher das Viertel „Das lag daran, dass die Häuser, die hier einmal standen, nach dem Ersten Weltkrieg in einfachster Bauweise errichtet wurden, weil man dringend Wohnungen brauchte“, weiß Thomas Euwens von der Klever Firma Reppco, die das Projekt betreut.

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Die letzten Häuser aus dieser Zeit gehörten der Stadt Emmerich, die dort sozial schwache Familien unterbrachte, die auf dem freien Markt keine Wohnungen fanden. Und etwas ähnliches ist auch jetzt geplant, freilich in einem ganz anderen Rahmen. Denn wenn das Haus fertig ist, soll es an die Stadt übergeben werden, die es dann bewirtschaftet und dort acht zeitgemäße Wohnungen zur Verfügung hat, die an einkommenschwache Familien vermittelt werden sollen. Zwischen 58 und 80 Quadratmeter sind die Wohnungen groß. „Sie sind für Alleinerziehende, aber auch größere Familien geeignet“, erläuterte Dr. Viertel.

Der bekannte Zahnarzt plant das Projekt bereits seit zwei Jahren. Er hatte sich zusammen mit seiner Frau an die Stadt Emmerich gewandt, weil er von Anfang an einen Bau für den sozialen Wohnungsmarkt im Auge hatte. Bei Bürgermeister Peter Hinze rannte er damit offene Türen ein. „Wir hatten sofort den Standort hier Am Hasenberg im Blick, auch weil die Unterbringungssituation in den Häusern an dieser Stelle zuletzt schwierig war“, so Hinze, der das soziale Engagement Dr. Viertels lobte: „Das ist heute nicht selbstverständlich.“

Der Bauherr selbst erklärte, warum er das Projekt in Angriff nahm. Zum einen, weil er der Stadt, in der er und seine Frau vor 50 Jahren eine neue Heimat fanden, etwas zurückgeben wollte. Und zum anderen: „Weil es mich reizt, zu zeigen, dass ein solches Passivhaus auch kostendeckend gebaut werden kann.“

Ausführende Baufirma für das Gebäude, das insgesamt 559 Quadratmeter Wohnraum bietet, ist das Unternehmen Te Strote aus Bocholt. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2021 geplant.