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In Emmerich öffnet Aniko Fabricius einen Second-Hand-Laden für Brautkleider

Corona und die Folgen : Brautgewand aus zweiter Hand

Nur einmal getragen, dann bleibt es im Schrank. Dabei könnte es wieder verkauft werden. In Emmerich eröffnet Aniko Fabricius aus Vrasselt bald einen Second-Hand-Laden für Brautkleider. Ein Ladenlokal ist schon gefunden.

Am Mittwoch heiratet Aniko Fabricius ihren Lebensgefährten Lukas Kawaters. Die Vorbereitung auf ihre eigene Hochzeit hat sie dazu bewogen, sich beruflich zu verändern. „Ich plane im September einen Second-Hand-Brautmodenladen in Emmerich zu eröffnen“, erzählt die 27-jährige Vrasselterin, die zurzeit viel damit zu tun hat, ihr Vorhaben umzusetzen.

Aniko Fabricius wurde in Krefeld geboren und wuchs in Meerbusch auf. Sie hat zwei Töchter. Paula wird Anfang der Woche vier Jahre alt, Birte ist eineinhalb. Mit ihrem Freund Lukas, der aus Geldern kommt, suchte sie ein gemeinsames Haus und wurde vor zwei Jahren in Vrasselt fündig. „Hier leben viele Freunde und Bekannte von uns, deshalb haben wir uns für Vrasselt entschieden“, sagt sie.

Aniko, die bald ebenfalls den Namen Kawaters trägt, erlernte den Beruf der Krankenschwester. „Überwiegend habe ich in der Psychiatrie gearbeitet, unter anderem auf der Akutstation. Dort habe ich mich viel mit Problemen des Lebens auseinandersetzen müssen.“

Die Geburt ihrer Töchter und auch die bevorstehende eigene Hochzeit änderte ihren Blick auf das Leben. „Ich wollte mich jetzt mit den schönen Dingen im Leben beschäftigen“, so die junge Frau.

„Meine Arbeit brachte mir die Erkenntnis, dass sich in einem Leben nur etwas verändert, wenn man selbst für einen Neubeginn bereit ist.“

Beim Kauf ihres Brautkleides kam ihr die Idee. Es sollte ein „Second-Hand-Brautkleid“ sein, nicht nur wegen des Geldes, sondern auch wegen der Nachhaltigkeit. „Ein Brautkleid ist nach einer Hochzeit meist noch neuwertig und es ist doch wundervoll, wenn es noch einmal die Chance bekommt, getragen und bewundert zu werden.“ 160 Kilometer musste sie fahren, um das passende zu finden. Sie merkte, dass so ein Angebot in der Umgebung fehlt.

Also erstellte sie ein Konzept über ihre Geschäftsidee unter dem Slogan „Brautgewand aus zweiter Hand“ und präsentierte dieses bei der IHK in Duisburg. Aniko Fabricius bekam dort ein positives Votum, Voraussetzung für den Antrag auf ein Gründerstipendium. Da wartet sie zurzeit auf die endgültige Antwort.

Gleichzeitig suchte sie in der Emmericher Innenstadt ein Ladenlokal und fand auch eines. Wenn die bürokratischen Aufgaben erledigt sind, möchte sie den Mietvertrag unterschreiben und es gemütlich einrichten. Zwei schicke „Beratungssessel“ - aus weißem Korbgeflecht mit einer altrosa Polsterung – hat sie bereits, natürlich aus zweiter Hand, erworben. Für die Räumlichkeiten hat sie ein Farbkonzept entwickelt, in dem frische Grüntöne vorherrschen. „Es ist nicht nur eine Modeerscheinung, bewusster zu leben und sich über die Ressourcen der Welt Gedanken zu machen. Ich möchte mit meinem Laden dazu beitragen, die Welt nachhaltiger zu gestalten“, so ein Anliegen von Aniko Fabricius.

Ihre ersten Informationen auf Instagram und Facebook wurden positiv aufgenommen und sie bekam auch schon Angebote, Hochzeitskleider zum Verkauf anzunehmen. „Ich werde die Kleider neun Monate lang in Kommission nehmen“, erklärt sie. Anhand der Rechnung soll ein realistischer Preis abgesprochen werden. Vielleicht wird sie das Angebot später mit Schuhen und Schleier ergänzen.

Im Fokus liegt für die junge Geschäftsfrau die individuelle Beratung. „Deshalb wird es keine festen Öffnungszeiten geben, sondern Terminabsprachen.“ Mit dem Brautmodengeschäft möchte sie auch etwas für ihre Heimatstadt tun. „Ich möchte dazu beitragen, dass die Stadt wieder schöner und lebendiger wird und freue mich, zukünftig mit meinem Laden Menschen zu begeistern.“