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In Emmerich bleiben die Pieten schwarz

Tradition : Siggi Alefsen: „Bei uns bleiben die Pieten schwarz!“

(hg) In den Niederlanden führen die Menschen eine erbitterte Debatte darüber, ob der Nikolaus noch mit seinen schwarzen Pieten unterwegs sein darf oder ob das möglicherweise rassistisch ist.

Siggi Alefsen, der Rekord-Nikolaus aus Elten, hat da eine klare Meinung: „In Elten bleiben die Pieten schwarz, da können die Leute in den Niederlanden das von mir aus komplett abschaffen. Wir bleiben dabei.“

Deshalb wird er beim Adventsshoppen am Samstag in Emmerich (siehe Interview oben) auch mit drei schwarz geschminkten Gehilfen auf dem Schiff nach Emmerich fahren und hier anlegen.

In Emmerich bleiben die Pieten schwarz
Foto: endermann/Endermann, Andreas (end)

Der Hintergrund: In den Niederländern ist die Tradition des „Zwarte Piet“ wichtig und sehr populär – auch weil er Geschenke verteilt. Er tritt auf mit schwarzer Schminke, roten Lippen und einer Afro-Perücke. Verschiedene Gruppen sehen in der Aufmachung eine Diskriminierung und wollen ihn abschaffen. Begründung: „Die Leute spielen jedes Jahr die Sklaverei nach, das ist erniedrigend“, sagte zum Beispiel Jerry Afriyie jüngst einer Zeitung. Er ist der Anführer der Anti-Piet-Bewegung in den Niederlanden. Die Tradition sei rassistisch. „Ein Weißer ist der Chef und die Schwarzen laufen ihm nach“, so Afriyie in dem Artikel.

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Vielleicht hat das auch die Emmericher Wirtschaftsförderung im Kopf. Oder vielleicht wollen die Mitarbeiter dort auch einfach nur nicht bei irgendjemandem anecken. Am Donnerstag jedenfalls hieß es dort, dass die Pieten in Emmerich gepunktet seien und nicht schwarz.

Zur Erklärung: Das ist ein Kompromiss, denn es jetzt häufig in den Niederlanden gibt. Nicht mehr schwarz, sondern schwarze Punkte. So, als sei der Piet durch den Schornstein ins Haus gekommen, um Geschenke zu verteilen. Siggi Alefsen ärgert das. Er sagt: „So ein gepunkteter Piet ist doch keine Tradition. Wir werden auch in Emmerich mit schwarzen Pieten ankommen. Das ist auch nicht rassistisch. Auf dem Weihnachtsmarkt in Elten waren wir auch mit schwarzen Gesichtern unterwegs. Die Besucher aus Holland haben uns angesprochen und gesagt, dass sie es schön und richtig finden, dass wir das machen. Sie fanden es schade, dass das in den Niederlanden schon fast nicht mehr möglich ist.“

(hg)