Emmerich: Immer mehr Senioren im Kreis arbeiten

Emmerich : Immer mehr Senioren im Kreis arbeiten

Die Zahl stieg im Vergleich zu 2015 um 27,7 Prozent an. Gleichzeitig sind Ältere länger krank.

In den Betrieben im Kreis Kleve ist die Zahl der älteren Arbeitnehmer gestiegen. Waren im Juni 2015 noch 801 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 65 Jahre oder älter, stieg die Zahl bis Juni 2017 um 27,7 Prozent auf 1023 an. Zudem bessern immer mehr über 65-Jährige ihr Einkommen durch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung auf: Die Anzahl der Minijobber, mit einem monatlichen Arbeitsentgelt bis 450 Euro, stieg im gleichen Zeitraum um 7,2 Prozent auf 4527 Personen an. Das ergab eine Auswertung der Krankenkasse IKK classic anhand von Zahlen der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Ältere Arbeitnehmer reagieren dabei auf die Ansprüche und Belastungen der Arbeitswelt ganz anders als jüngere Mitarbeiter. "Ältere Beschäftigte erkranken zwar seltener, dafür sind die Krankheitsverläufe oft langwieriger. Jüngere Arbeitnehmer dagegen sind häufiger, dafür aber kürzer krank", sagt Michael Lobscheid von der IKK classic. Im vergangenen Jahr konnten berufstätige Mitglieder der IKK classic über 59 Jahre durchschnittlich wegen 1,5 Krankschreibungen knapp 33 Tage nicht zur Arbeit gehen. Bei den unter 20-Jährigen waren es dagegen im Schnitt 2,2 Arbeitsunfähigkeiten, die statistisch gesehen aber nur zwölf Tage dauerten. Mit zunehmendem Alter führen vor allem chronische und degenerative Erkrankungen zu Fehlzeiten. "Bei Arbeitnehmern ab 60 Jahren verursachen Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems über ein Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage (35,3 Prozent). Bei den unter 20-Jährigen spielt diese Ursache kaum eine Rolle. Junge Leute fielen hauptsächlich wegen akuter Krankheiten des Atmungssystems aus. Etwa ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage (25,4 Prozent) ging bei ihnen auf dieses Konto", sagt Michael Lobscheid. "Die Gesunderhaltung der Mitarbeiter durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement erhält durch diese Entwicklung ein immer größeres Gewicht für die Betriebe." Die Krankenkassen halten deshalb verschiedene Angebote für Betriebe bereit und unterstützen sie bei der Durchführung.

Mehr Informationen unter: www.ikk-classic.de/bgm.

(RP)