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Emmerich: Im Drogenrausch nach Einbruch Feuer gelegt

Emmerich : Im Drogenrausch nach Einbruch Feuer gelegt

Zwei junge Emmericher sollen in eine Wohnung eingebrochen sein, sie ausgeräumt und anschließend Feuer gelegt haben. Vor Gericht beschuldigen die beiden sich gegenseitig der Brandstiftung.

Am 28. August des letzten Jahres brannte in einem Haus an der Seufzerallee im zweiten Stock eine Wohnung aus. Der Schaden belief sich auf rund 35 000 Euro. Das Feuer wurde vorsätzlich bei einem Einbruch gelegt. Einem 23- und einem 24-jährigen Emmericher werden die Taten zur Last gelegt, die Verhandlung vor dem Landgericht Kleve begann am Dienstag.

Foto: Manuela Ernst

Beide Täter sind in Emmerich aufgewachsen. Der 23-Jährige war zuletzt im dritten Ausbildungsjahr zum Koch, der ältere hatte mehrere Lehren abgebrochen. Beide haben eine "Drogenkarriere" hinter sich. Der angehende Koch begann mit Cannabis, da war er 15 Jahre alt. Später probierte er auch härtere Drogen. Sein Vorstrafenregister weist Verurteilungen wegen Diebstahls und unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln auf.

Sein Kumpel fing mit 18 Jahren mit dem Drogenkonsum an, machte im Jahr 2012 eine Therapie, wurde aber wieder rückfällig. "Es war ein Fehler, wieder nach Emmerich in die alten Kreise zurückzugehen", meinte der junge Mann. Er war ebenfalls schon zwei Mal straffällig geworden.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft kletterte der 24-jährige Täter auf den Balkon, trat die Balkontür ein, gelangte so in die Wohnung und öffnete dort per Summer für den Freund die Haustür. Die Wohnungstür brachen die beiden gemeinsam auf. Dann stahlen sie unter anderem einen Flachbildfernseher, Lautsprecherboxen, ein Laptop, Uhren, Sonnenbrillen und eine Geldbörse und schafften das Diebesgut in die gerade mal etwa 50 Meter entfernte Wohnung des jüngeren Täters.

Bis hierhin bestätigten beide Männer den Vorgang. Sie seien mit Freunden chinesisch essen gewesen, hätten Bier und Wein, später Wodka, getrunken, gekifft und "Magic Mushrooms", also Pilze mit berauschender Wirkung, konsumiert. Der Einbruch sei eine spontane Idee gewesen. Man kannte den Wohnungsinhaber, weil man von ihm das "Gras" beziehe, und wusste, dass er nicht da war.

Zu der Frage, wie das Feuer ausbrach, schieben die beiden sich aber gegenseitig Schuld zu. Er habe in der Küche gesehen, dass ein Tuch auf dem eingeschalteten Herd glimmte, und das Feuer mit einem Handtuch ausgeschlagen, erzählte der 23-Jährige. Der 24-Jährige hingegen erklärte: "Mir war später aufgefallen, dass ich den Akku meines Handys verloren hatte, und mein Freund schickte mich zurück, um es zu holen. Da sah ich, dass der Herd eingeschaltet war und ein Tuch darauf kokelte. Ich machte ihn aus."

Als er seinem Freund davon erzählt habe, sei dieser fast hysterisch geworden und wieder in die Wohnung zurückgegangen. Nachher habe er dann erzählt, dass er das Sofa in Brand gesetzt habe.

Der Wohnungsinhaber, der am nächsten Tag informiert wurde, hatte sofort die beiden Angeklagten in Verdacht. Eine andere Hausbewohnerin musste nach dem Brand ins Krankenhaus. Wahrscheinlich wegen der Aufregung erlitt sie am nächsten Tag einen Herzanfall.

Um die Widersprüche zu klären, werden beim nächsten Verhandlungstag am Mittwoch, 30. Januar, weitere Zeugen gehört. Außerdem soll ein Sachverständiger ein psychiatrisches Gutachten abgeben.

(moha)