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Angemerkt: Ideen für die Nicht-Einkaufsstadt

Angemerkt : Ideen für die Nicht-Einkaufsstadt

Wirtschaftsförderung und Händler sind in der Zwickmühle. Der vierte verkaufsoffene Sonntag steht auf der Kippe - ausgerechnet der in der umsatzstarken Weihnachtszeit.

Der kleine Emmericher Weihnachtsmarkt, den es erst seit ein paar Jahren an der Aldegundiskirche gibt, ist ganz in Ordnung. Der Besucher wird nicht von zu viel Kommerz erschlagen und irgendwelchen Tünnef, der nichts mit der Adventszeit zu tun hat, gibt es dort auch nicht. Alles in allem - ein netter Treffpunkt, an dem man einen Glühwein schlürfen oder eine Waffel essen und nebenbei vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten für die Liebsten besorgen kann. Nicht mehr und nicht weniger.

Doch Herscharen von Besuchern zieht dieser Markt nicht an. Daher taugt er auch nicht dazu, ihn mit der Öffnung der Geschäfte zu verbinden. So sieht es jedenfalls die Rechtsprechung, die klare Richtlinien für verkaufsoffene Sonntage erlassen hat. Eine davon: Der Anlass für einen solchen Tag muss mehr Besucher anziehen als es die Geschäfte alleine tun würden.

Lichterglanz, Autoshow, Stadtfest - da gibt es in dieser Hinsicht keine Probleme. Doch was Weihnachten betrifft, sind die Emmericher Wirtschaftsförderung und die Händler der Werbegemeinschaft EWG in einer Zwickmühle. Halten sie an der Praxis der letzten Jahre fest, dürften sie mit einer Klage der Dienstleistungsgesellschaft Verdi rechnen. Verzichten sie auf einen vierten verkaufsoffenen Sonntag, entgeht ihnen vielleicht ein umsatzstarker Tag. Und wollen sie den Weihnachtsmarkt so aufwerten, dass er zugkräftiger wird, müssten sie wahrscheinlich eine Menge Geld in die Hand nehmen.

Deshalb werden jetzt die Innenstadthändler nach ihren Vorstellungen gefragt. Und zwar nicht nur die, die der EWG angehören. Ideen werden gebraucht, wie man den verkaufsoffenen Sonntag rettet oder den Händlern in einer anderen Form längere Einkaufszeiten ermöglicht. Allerdings sollte man im Auge behalten: Emmerich ist keine Einkaufsstadt. Ohne Attraktion würden auch Midnight-Shopping oder lange Samstage bis 22 Uhr wahrscheinlich ziemlich verpuffen.

MARKUS BALSER

(RP)