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Holocaust: Gesamtschüler aus Emmerich gedenkan der NS-Verbrechen

Holocaust-Gedenktag : Gedenken in kleinem Rahmen

Auf dem Friedhof erinnerten Gesamtschüler an den Holocaust. Wegen Corona hatte die Bürgeraktion Pro Kultur die Veranstaltung mit nur wenigen Teilnehmern organisiert.

Vor 77 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. Es war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Allein dort wurden 1,1 Millionen Menschen ermordet. Gut sechs Millionen Menschen sollen insgesamt dem Holocaust zum Opfer gefallen sein.

Der 27. Januar 1945 war der Tag, an dem die Rote Armee dem Verbrechen in Auschwitz ein Ende bereitete. Ein Datum, an dem auf der ganzen Welt an den Holocaust erinnert wird, so auch am Donnerstag wieder auf dem Emmericher Friedhof.

Anders als sonst, hatte die Bürgeraktion Pro Kultur die Veranstaltung wegen Corona klein halten wollen und nicht im Vorfeld dazu eingeladen. So war denn auch diesmal auch nur eine überschaubare Abordnung der Gesamtschule zu dem Gedenken gekommen. Jan Schloten, Wladimir Sinjakov und Gabriel Akhverdian – allesamt Schüler, der von Matthias Vogl geleiteten Stolperstein-AG – trugen das beeindruckende Gedicht „Der Kamin“ von Ruth Klüger vor, einer Literaturwissenschaftlerin, die den Holocaust überlebt hatte. 

  • Sie erinnerten am Donnerstag an die
    Namen jüdischer Ermordeter verlesen : Erkelenzer gedenken der Holocaust-Opfer
  • Der Berliner Künstler Gunter Demnig verlegt
    Hilden/Haan : Städte gedenken der Holocaust-Opfer
  • Veranstaltung zum 27. Januar in Korschenbroich : Realschüler gedenken der NS-Opfer

Zuvor hatte Irene Möllenbeck (Pro Kultur) an die Ereignisse erinnert, die sich auch in Emmerich abgespielt hatten. Unter den 1007 Juden aus dem gesamten Rheinland, die im Dezember 1941 nach Riga transportiert wurden, befanden sich auch 16 Emmericher Mitbürger; überlebt haben das Grauen nur drei von ihnen: Thea Nathan und ihre beiden Töchter Sophie und Emmi. Weil das Wissen um diese Gräueltaten schwinde und immer weniger Zeitzeugen noch von ihnen berichten könnten, sei es umso wichtiger, dass an den Schulen an diese Zeit erinnert werde. Der jüdische Kulturraum im PAN sei ein guter Ort, an dem man sich darüber informieren könne.

Der stellvertretende Bürgermeister Gerd Gertsen schlug einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Angesichts der Schatten, die sich über Deutschland wieder ausbreiteten, reiche es an Tagen wie diesem bei weitem nicht aus, nur zu erinnern. „Der Zivilisationsbruch, der einst hier begangen wurde, wird auf immer mit Deutschland verbunden sein. Vom Holocaust bleibt eine Verantwortung, unter die kein Schlussstrich gezogen werden kann“, so Gertsen, der an die Geschehnisse in Hanau und Halle, den NSU oder den Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke erinnerte.

Der emeritierte Pfarrer Dr. Jan-Heiner Schneider bezog sich in seiner Ansprache auf die Inschrift des jüdischen Gedenksteins, der sich auf dem Emmericher Friedhof befindet. Sie beinhaltet Zeilen des jüdischen „Morgengebets am Versöhnungstag“, das er rezitierte.