Emmerich: Heute wäre er 100 Jahre alt geworden

Emmerich : Heute wäre er 100 Jahre alt geworden

Erinnerung an den ehemaligen Bürgermeister Willi Pieper. Er ist der Mann, mit dessen Name die Bürger seiner Heimatstadt besonders die Rheinbrücke verbinden. Er war mehr als 20 Jahre Landtagsabgeordneter in Düsseldorf.

Die Bedeutung von Willi Pieper für die Stadt Emmerich lässt sich besonders an einem Bauwerk erkennen: der Rheinbrücke, die Emmerich und Kleve verbindet. Ihren Grundstein hat der Emmericher gelegt und sie auch mit Freunden eröffnet. Der nur wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag verstorbene ehemalige Bürgermeister Emmerichs wäre am heutigen 16. Januar 100 Jahre alt geworden.

Geboren wurde der bekannte Sohn der Stadt als Wilhelm Pieper in Emmerich. Pieper besuchte hier die Volksschule. Nach Beendigung der Schule trat er in den Postdienst ein. Während des Zweiten Weltkrieges war er Soldat.

Nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft kehrte Pieper dann wieder in den Postdienst zurück. Und nicht nur das. Pieper engagierte sich. Von 1950 bis 1960 war er Vorsitzender der Deutschen Postgewerkschaft in Emmerich. 1950 tritt er dann in die CDU ein und war zudem ein Jahr später maßgeblich an der Gründung der Jungen Union beteiligt. Von 1951 bis 1954 war Willi Pieper Sprecher der Jungen Union und seit 1952 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ortspartei in Emmerich. 1951 wurde Pieper dann Mitglied im Kreisvorstand der Partei. Auch im Emmericher Stadtrat mischte der Christdemokrat mit.

Von 1956 bis 1989 war er hier Mitglied und wurde dann auch 1961 für neun Jahre zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt.

Er setzte sich sehr für den Bau der Rheinbrücke und die Fertigstellung der Autobahn ein. Am 2. Mai 1962 konnte Pieper dann selbst den Grundstein für die wichtige Verbindung über den Rhein legen. "Der Tag hat eine besondere Bedeutung für uns am Niederrhein. Auf ihn haben wir sechs Jahrzehnte gewartet", erklärte Pieper damals. Am 3. September 1965 konnte Bürgermeister Pieper sie dann eröffnen.

Pieper begleitete auch die Bildung des neuen Kreises Kleve und galt als einer der Architekten desselbigen. Pieper wirkte auch über die Kreisgrenzen hinaus. Ab 1966 war er Mitglied des Vorstandes des Städtebundes für Nordrhein-Westfalen und ab 1971 Vizepräsident des Städte- und Gemeindebundes für Nordrhein-Westfalen. Pieper war auch vom 13. Juli 1954 bis 27. Mai 1975 Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. In der dritten bis siebten Wahlperiode vertrat er als direkt gewählter Abgeordneter den Wahlkreis Rees. Pieper war ein Mann der Ämter - so war er außerdem noch Mitglied im Kuratorium der Stiftung Haus des Deutschen Ostens.

Zeitgenossen der Politikgeschichte begleiteten in zahlreich. Ronald Pofalla hatte stets ein besonderes Verhältnis zu Willi Pieper. Dieser war quasi sein politischer Ziehvater. Auch Bundeskanzler Konrad Adenauer traf Pieper in Emmerich. Ihm schenkte der Politiker einen Wappenteller, zwei Schachteln Lohmann-Pralinen und ein Erinnerungsfoto.

(seul)
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