Heimtierspezialist Gimborn investiert 5 Millionen Euro in neues Werk in Emmerich

Wirtschaft : Bei Gimborn brummt das Geschäft

Das Traditionsunternehmen, das sich auf Produkte für Katzen und Hunde spezialisiert hat, profitiert vom stark wachsenden Heimtiermarkt. Fünf Millionen Euro wurden jetzt in eine neue Produktionsanlage investiert.

Das Wohl von Hund und Katz’ ist nicht nur den deutschen Tierhaltern einiges wert. Der Heimtiermarkt ist ein weltweit einträgliches Geschäft mit Zuwachsraten zwischen drei und sechs Prozent. Das spürt auch die Emmericher Firma H. von Gimborn schon seit einigen Jahren – mit zunehmendem Erfolg. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Michael Baumgärtner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied (CEO) der Gimborn-Gruppe.

Das Traditionsunternehmen, Spezialist für den Heimtierbereich, kann über Auftragsmangel nicht klagen. Zuletzt betrug der Umsatz 73 Millionen Euro. Immer wieder wurde investiert, über 15 Millionen Euro in den letzten zehn Jahren.

Allein fünf Millionen Euro flossen in eine neue Produktionsanlage, die im Januar an den Start ging. Direkt an die bisherige Produktion an der Albert-Einstein-Straße angedockt, bietet die neue Halle auf 3700 Quadratmetern Platz für zusätzliche Produktions-, Büro- und Lagerflächen. „Nur mit einer Steigerung der Kapazitäten können wir die stetige Nachfrage nach unseren Produkten ausreichend bedienen“, erklärt Baumgärtner.

Das hat auch einen positiven Effekt auf die Beschäftigtenzahl. Bei Gimborn sind gut 200 Mitarbeiter an den beiden Standorten tätig; in Kelheim bei Regensburg, wo Katzenstreu hergestellt wird, und in Emmerich, wo Pasten, Pulver und Snacks für Hunde und Katzen produziert werden. 50 Neueinstellungen gab es in den letzten drei Jahren, 20 davon alleine in diesem Jahr.

Gimborn steht vor allem für hochwertigen Futterzusatz – Nahrungsergänzungsmittel für Hund und Katze. Etwa  200 verschiedene Produkte sind im Angebot. „Unser Konzept sind gesunde Leckerchen mit einem echten Zusatznutzen fürs Tier“, sagt Geschäftsführer Jan Beckschäfer. Da wären zum Beispiel Tabletten, die die Bildung von Haarballen im Katzendarm verhindern. Oder Pillen, die der Bildung von Nierensteinen entgegen wirken sollen.

Ein Grund für den Erfolg: Das Unternehmen kennt seinen Markt. „Wir haben uns in den letzten Jahren intensiv mit den Kundenwünschen auseinandergesetzt und darauf unserer Produktpalette abgestimmt“, erklärt Baumgärtner. Außerdem wird intensive Forschung betrieben. Drei Jahre kann es schon mal dauern, bis ein Produkt Marktreife hat. Heraus kommen dabei immer wieder Innovationen, die von Tierärzten empfohlen werden und vom Fachhandel schon vielfach prämiert worden sind. Wie etwa das nachhaltige Katzenstreu, das zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien besteht. „Katzenstreu ist mehr als nur ein bisschen Sand. Das ist schon eine Wissenschaft für sich“, so Geschäftsführer Beckschäfer.

Gimborn verkauft seine Produkte über den Fachhandel, aber auch über Supermärkte und Drogerie-Ketten. Der Handel über Internetplattformen wird ebenfalls immer wichtiger. Für den Bereich E-Commerce bildet Gimborn sogar aus. Zwei Ausbildungsplätze für diesen Bereich sind schon besetzt, ein weiterer für dieses Jahr ist ausgeschrieben. 

Der positive Trend soll sich fortsetzen, zumal mit der Standorterweiterung auch schon das Geschäft der Zukunft in Angriff genommen wird. Ab Herbst wird hier mit völlig neuer Technik produziert – unter anderem auch für den Markt in den USA, in dem Gimborn mit einer Tochtergesellschaft seit letztem Jahr vertreten ist. Ein weiterer wichtiger Auslandsmarkt ist China. Auch dort gibt es eine Tochtergesellschaft und eine Kooperation mit der Jiao-Tong-Universität in Shanghai. Produkte von Gimborn sind im Reich der Mitte der Renner.  Mit dem Siegel „Made in Germany“ können die Emmericher punkten.

(Markus Balser)
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