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Heimatverein Praest diskutiert über Pläne für den Volksbank-Platz

Willkommensplatz am Dorfeingang geplant : Praester diskutieren über Pläne für „Volksbank-Platz“

Der Heimatverein Praest erörterte jetzt Pläne für den Platz am Ortseingang, die im Dorf heiß diskutiert werden. Wie die Gestaltung eines künftigen Willkommensortes aussehen könnte, ist noch offen.

In der Sache waren sich alle einig: Der Volksbank-Platz an der Raiffeisen-Straße soll ein schöner Willkommensplatz am Ortseingang werden. Doch über das „Wie“ entstanden heiße Diskussionen im Dorf. „Deshalb habe ich alle Vereine und Dorfbewohner kurzfristig eingeladen, um Euch zu informieren, wie der Stand ist und darüber zu sprechen“, begrüßte der Vorsitzende Heimat- und Verschönerungsvereins Praest (HVP) Wilhelm Nakath die Anwesenden in der Praester Kirche. Nur rund ein Dutzend war gekommen.

Das Treffen hat eine Vorgeschichte: Bis vor einigen Monaten betrieb die Volksbank auf dem Platz an der L7 einen EC-Service-Automaten. Er wurde abgebaut, der Pavillon steht noch. Die Volksbank bot an, dem Dorf diesen Platz gegen eine geringe Pacht zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund von Corona fiel die Jahreshauptversammlung aus. So hatte der Vorstand des HPV selbst Ideen gesammelt. Nakath erläuterte: „Die Voba ist bereit, zwei Bänke mit dem Fotoprofil von Praest zu spenden. Außerdem wollen wir dort eine Sitz-Bank-Kombination aufstellen und eine Willkommens- oder Infotafel über Praest.“ Das Ganze solle mit einer Art Carport überdacht werden. Wilhelm Nakath hatte bereits die Baugenehmigung dafür bei der Stadt beantragt. Der Kostenvoranschlag für die Gestaltung belief sich auf rund 4000 Euro. „Zwar steht direkt gegenüber auf dem Deich eine Sitzgruppe, aber die bietet keinen Schutz vor Sonne und Regen. Deshalb denke ich, dass unser Angebot bestimmt viel genutzt wird“, sagte er.

Als der Plan dann nach Lockerung der Corona-Regeln den Dorfbewohnern vorgestellt wurde, kam es wohl zu hitzigen Diskussionen, vor allem wegen des „Carports“. „Die Versammlung ist aus dem Ruder gelaufen. Deshalb habe ich das ganze Vorhaben abgesagt“, so Nakath, der zugab, dass es ein Versäumnis gewesen sei, nicht gleich alle Mitglieder mit einzubinden, was aber wegen Corona nicht möglich gewesen sei.

Eigentlich wäre das Vorhaben damit „erledigt“ gewesen, doch im Dorf sei er immer wieder angesprochen worden, wie es denn mit der Gestaltung des Platzes weiter gehe. Deshalb hatte er zu der Versammlung eingeladen.

Auch da gab es Stimmen für und gegen die Überdachung. Dass Bänke und Tische und eine Info-Tafel dort aufgestellt werden sollen, stieß auf Zustimmung. „Es geht vor allem darum, den Dorfeingang zu verschönern“, sagte Liesel Langer, Schriftführerin des HVP. Finanziell könne der Verein das gut stemmen. Hermann-Josef Tebaay schlug vor, das Ganze mit einer Ladestation für E-Bikes zu ergänzen, Willi Roebrock meinte: „Ein Flickset-Automat würde das zusätzlich aufwerten.“ Die vier vorhandenen Parkplätze könnten von Autofahrern genutzt werden, die hier aufs Rad umsteigen wollen, war ein anderer Vorschlag.

Es seien gute Ideen da, aber ein Gesamtkonzept fehle, so ein Dorfbewohner. Das professionell durch ein Planungsbüro erstellen zu lassen, wurde aus Kostengründen abgelehnt. Man könne nachfragen, ob die Stadt oder das infoCenter dafür entsprechende Leute habe oder die Sadt bereits sei, die Gestaltung des Platzes zu übernehmen. „Wenn zwei/drei Entwürfe vorliegen, dann könnten die Praester entscheiden“, schlug ein Versammlungs-Gast vor.

Heide Epping vom Vorstand des HVP machte den Kompromiss-Vorschlag, zuerst nur die „kleine Lösung“ umzusetzen: Bänke, Tische, Infotafel, E-Bike-Ladestation – aber alles ohne Überdachung. „Wir können dann beobachten, wie das Angebot genutzt wird und dann nachfragen, ob ein Wetterschutz gewünscht wird.“

Wilhelm Nakath, der der Volksbank eigentlich schon abgesagt hatte, möchte sich jetzt noch einmal mit den Vorstandsmitgliedern treffen, um abzusprechen, ob der HVP sich doch für die Gestaltung des Platzes einsetzt. „Jeder, der dann eine Idee hat, soll sie uns weitergeben. Und nicht einfach vorhandene Pläne zerreden.“ Wolfgang Schmitz, Brudermeister der Johannes-Schützen, wies darauf hin, dass man es nicht allen recht machen könne: „Bei uns ist es so, dass das gemacht wird, was die Mehrheit beschlossen hat.“

Ein Besucher dankte dem HPV-Vorstand für die geleistete Arbeit: „Wir sehen, wie gering hier die Beteiligung ist. Da darf sich am Ende auch keiner beschweren, wenn ihm die Pläne nicht gefallen.“