Emmerich: Heimatbesuch für den Bischof

Emmerich : Heimatbesuch für den Bischof

Ganz früh hatte Pastor Kossen noch mit Weihbischof Dieter Geerlings telefoniert. Schafft er's durch den Schnee von Münster nach Emmerich? Er schaffte es. Gestern war Bischofsprimiz in der voll besetzten Heilig-Geist-Kirche.

Viele waren gekommen, denn den gebürtigen Emmericher, der am 29. August zum Bischof geweiht wurde und nun Regionalbischof in Coesfeld-Recklinghausen ist, kennt man dort.

"Ich habe viele Erinnerungen an die Schulkameraden in der Leegmeer-Schule, an das Elternhaus, an Nachbarn und Wegbegleiter. Oft denke ich an meine verstorbenen Eltern", sagte Geerlings.

Dort, wo jetzt die Heilig-Geist-Kirche stehe, habe er früher Fußball gespielt. Vor allem freue er sich, dass mit Pastor Lambert Brimmers auch ein langjähriger geistiger Begleiter auf seinem Weg die Festmesse mit ihm zelebriere.

Der Kirchenchor unter der Leitung von Norbert Voß und die Sopranistin Gabriele Natrop-Kepser sorgten mit einer Messe von Anton Bruckner für den festlichen musikalischen Rahmen.

In der Predigt sprach der Bischof über die Botschaft der Adventszeit.

Gott mische sich in das Leben der Menschen ein, indem er "Ja" zu ihnen sagt. "Auf das Nein kann keiner in dieser Welt verzichten, aber Gott sagt uneingeschränkt Ja zu jedem von uns."

Für Menschen sei das schwer, wie er in einer persönlichen Entscheidung Ende Mai erlebte.

Zur Mittagessenszeit habe ihn der Bischof gerufen und mitgeteilt, dass der Heilige Vater ihn zum Weihbischof berufen habe. "In wenigen Stunden musste ich entscheiden, ob ich das Amt annehmen wollte. Da gehen Einem viele Nein-Argumente durch den Kopf, denn ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet."

Doch es gab auch viele Ja-Gründe. "Und so fand ich bei allem, was ich in den 37 Priesterjahren erlebt hatte, das Fundament, um sagen zu können: Ja, ich bin bereit."

Nach dem Gottesdienst gab es für den "Jong van Geerlings van de Nierenbergerstroot" viele Hände zu schütteln.

Im Pfarrheim "Treffpunkt" wurde zu einem Empfang eingeladen. "Es ist ein besonderes Erlebnis, als Bischof in meiner Heimatgemeinde zu sein", sagte Dieter Geerlings. Einige der Gemeindemitglieder hatten alte Fotos mitgebracht und schwelgten mit dem Weihbischof in Erinnerungen, bei denen auch Geschichten aus der Jugendzeit erzählt wurden.

Mit dem Bischofsstab hat es etwas Besonderes auf sich.

Weihbischof Geerlings erzählte, dass er ihn von seinem Vorgänger Josef Voß, der im letzten Jahr starb, übernommen hatte.

Davor gehörte er Weihbischof Heinrich Baaken. Mit diesem Bischofsstab hat Bischof Heinrich ihm 1956 in der Aldegundis-Kirche die Firmung gespendet und am Pfingstmontag 1966 die Heilig-Geist-Kirche eingeweiht.

(RP)