Emmerich: Hausverbot für Embricana-Badleiter

Emmerich: Hausverbot für Embricana-Badleiter

Der leitende Angestellte hat gekündigt und ist einer fristlosen Entlassung zuvorgekommen. Es gibt eine Anzeige einer Mitarbeiterin aus dem vergangenen Jahr gegen ihn. Ein weiterer Vorwurf hat jetzt für berufliche Konsequenzen gesorgt.

Unruhe im Emmericher Freizeitbad. Der Leiter (30) der Einrichtung verlässt nach nur zwei Jahren das Embricana. Er soll sich beruflich in Richtung Norddeutschland orientieren.

Stadtwerke-Chef Jessner bestätigte das Hausverbot. Foto: van Offern Markus

Nach Informationen der Rheinischen Post hat der Mann am 8. März seine Kündigung eingereicht. Damit soll er einer fristlosen Kündigung seines Arbeitgebers zuvorgekommen sein. Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Udo Jessner auf Anfrage der Rheinischen Post bestätigte, hat er im Embricana mittlerweile Hausverbot bekommen.

Die Besitzer des Emmericher Bades hatten sich für eine Trennung von ihrem leitenden Angestellten entschieden, weil gegen ihn schwere Vorwürfe erhoben wurden.

Gegen ihn liegt eine Anzeige unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung aus dem vergangenen Jahr vor. Die Anzeige erstattet hat eine Mitarbeiterin des Embricana. Die Staatsanwaltschaft in Kleve bestätigte gestern, dass gegen den Mann eine Anzeige vorliegt. Dieser soll gegenüber anderen Mitarbeitern des Bades wiederum Vorwürfe gegen die Frau vorgebracht und die Vorwürfe gegenüber seinem Arbeitgeber bestritten haben. Die Angelegenheit hatte zunächst keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Nunmehr allerdings sollen sich die Emmericher Stadtwerke dazu gezwungen gesehen haben, nachdem ein weiterer Fall von einer anderen Mitarbeiterin des Bades zur Sprache gebracht worden war.

Stadtwerkechef Udo Jessner verwies gegenüber der RP auf die Rechtslage, nach der er keine Details zu dem Vorgang mitteilen kann. Er erklärte, dass sich der Emmericher Bäderbetrieb auf die Suche nach einem neuen Leiter gemacht habe und die Position wohl bald wieder besetzt werden könne. Innerhalb der Belegschaft ist die Unruhe groß. Die 40 Mitarbeiter sind bestürzt, das Arbeitsklima hat unter den Vorwürfen gegen den Leiter gelitten. Die Mitarbeiter fühlen sich nach Informationen der RP von ihrem ehemaligen Badleiter instrumentalisiert, weil dieser ihrer Meinung nach versucht habe, sie gegen die Frau einzustimmen, die im vergangenen Jahr die Anzeige gegen ihn erstattet hat.

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Die Umstände seines Wechsels sind umso überraschender mit Blick auf seinen beruflichen Werdegang. Der junge Mann galt bei seiner Vorstellung vor zwei Jahren als sehr gut qualifiziert und beruflich ambitioniert.

Der Bäderbetriebsmeister war zuvor stellvertretender Leiter in drei Bädern gewesen, hatte sich in einem Fernstudium weitergebildet und eine kaufmännische Zusatzausbildung absolviert. In seiner Freizeit war er in mehreren Berufsverbänden aktiv und als Berater tätig.

Die Emmericher Politik ist über den Wechsel in der Bäder-Leitung informiert worden. Das Embricana gehört zur Emmericher Gesellschaft für Kommunale Dienstleistungen (EGD). Diese ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Emmerich.

Der Badleiter war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(ha)