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Rees: Hat die "Drogen-Oma" Helfer ?

Rees : Hat die "Drogen-Oma" Helfer ?

Mit Rücksicht auf ihr Alter hatte die 71-Jährige Haftverschonung bekommen. Das nutzte die Reeserin dann offenbar, um erneut eine Cannabis-Plantage anzulegen. Dafür gibt es deutliche Hinweise.

Selbst für die Behörden war es überraschend, dass die "Drogen-Oma" in Rees wieder rückfällig geworden ist. "Damit konnte wirklich keiner rechnen", sagte der zuständige Staatsanwalt gestern. Offenbar sei die Frau nicht belehrbar.

Durch einen Tipp waren die Ermittler erneut auf die frühere Mühle in Rees aufmerksam geworden. Bei einer Hausdurchsuchung am Freitag fand die Kripo auf dem Anwesen Erde mit Resten von frischen Cannabis-Pflanzen und Aufzuchtlampen. Für den Staatsanwalt deutliche Hinweise darauf, dass die Frau erneut im Drogengeschäft tätig war. "Die Anhaltspunkte gehen weit über reine Vermutungen hinaus", sagt er. Die "Drogen-Oma" selbst macht im Moment vom Schweigerecht Gebrauch und verweigert die Aussage.

Bald ins Gefängnis

Noch ist die 71-Jährige auf freiem Fuß, doch damit wird es bald vorbei sein. Im Januar ist das Urteil gegen sie rechtskräftig geworden. Wie berichtet, ist sie zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, weil die Fahnder im Jahr 2008 mehr als 1 000 Cannabis-Pflanzen auf dem Grundstück entdeckt hatten. Bei einer Strafe in dieser Höhe gibt es keine Bewährung mehr. Das Verfahren hatte sich so lange hingezogen, weil die Frau Berufung eingelegt hatte. Wegen ihres hohen Alters hatte sie Haftverschonung bis zur Rechtkräftigkeit des Urteils bekommen. Anscheinend hat die 71-Jährige die Zeit genutzt, um erneut eine Plantage anzulegen. Es habe keine Anhaltspunkte gegeben, dass die Rentnerin rückfällig werden könnte, daher habe die Polizei auch keine Handhabe für eine stichprobenartige Kontrolle gehabt. Offen ist weiterhin, ob die Frau Mittäter hat.

Experten gehen fest davon aus, dass die Drogen-Oma die Plantage auf keinen Fall alleine aufgebaut hat. Es seien dafür große technische Kenntnisse nötig. Die Anlagen sind sehr aufwändig. Eingesetzt werden Iod-Quarz-Lampen, die viel Strom fressen. Daher wird für die Cannabis-Plantagen oft illegal Strom abgezapft. Auch die Luftfeuchtigkeit muss reguliert werden. Die Anlage aufzubauen, sei richtig schwere körperliche Arbeit. Da sei kaum vorstellbar, dass das die alte Dame alleine geschafft hat.

Internet Weitere Berichte unter www.rp-online.de/emmerich

(RP)