Hans-Jürgen Kraayvanger wird in Emmerich verabschiedet

Gesellschaft : Kraayvanger verabschiedet sich

Der Geschäftsführer der Katholischen Waisenhausstiftung, der Gasthausstiftung sowie der Hoppen- und Hompheus Stiftung Emmerich beendet seine Laufbahn. Der 68-Jährige hatte maßgeblichen Einfluss auf viele Entwicklungen.

(mavi) „Auf los geht’s los. Los!“ – wer häufiger mit Hans-Jürgen Kraayvanger zusammen arbeitet, wird diesen Satz öfter mal gehört haben. Das ist seine Art zu sagen: Packen wir’s an. Und anpacken, das kann der 68-jährige Mehrhooger. Wenn der Geschäftsführer der Katholischen Waisenhausstiftung, der Gasthaustiftung sowie der Hoppen- und Hompheus Stiftung Emmerich am 5. Juli offiziell verabschiedet wird, dann kommt er auf 90 Jahre Berufstätigkeit. Zusammengerechnet: 49 Jahre bei der Stadt Emmerich und 41 Jahre in den Stiftungen.

Diese Stiftungen sind wahrlich der Kitt, der die Emmericher Gesellschaft zusammen hält. Da, wo es Bedarf gibt, werden hier Lösungen gefunden. Vieles, was in den vergangenen 41 Jahren entstanden ist, hat Hans-Jürgen Kraayvanger maßgeblich auf den Weg gebracht. Die Mitarbeiterzahl ist von etwa 50 auf heute 250 angestiegen.

Die Verwaltung der Stiftungen lag vor rund 60 Jahren im Liegenschaftsamt der Stadt Emmerich. Zu dieser Zeit ging es hauptsächlich um die Betreuung von Immobilien im Besitz der Stiftungen. Erst Mitte der 60er Jahre wurde das Kinderheim errichtet; in dem Gebäude, in dem sich heute das Haus der Familie befindet. Am 1. Januar 1978 wechselte Hans-Jürgen Kraayvanger zum Liegenschaftsamt und war somit für die Geschäftsführung der Stiftungen verantwortlich. 1992 eröffnete die Kita Arche Noah in Trägerschaft der Waisenhausstiftung. 1991 übernahm die Stiftung vom Kinderschutzbund die Übermittagsbetreuung „Schule von 8 bis 13 Uhr“. „1996 gab es einen Strukturwechsel“, erinnert sich Kraayvanger. So wurde er nebenberuflich zum Geschäftsführer der Stiftungen, unabhängig von seiner Tätigkeit bei der Stadt. Sabine Heynen, Bereichsleitung Schulbetreuung außerhalb von Emmerich, lobt ihren Kollegen Kraayvanger: „Er hat alleine den gesamten Schulbereich für die Stiftung aufgebaut.“ Und damit Neuland betreten. Das Aufgabenspektrum wuchs und wuchs. So wurde 2008 Norbert Pastoors als weiterer Geschäftsführer ins Boot geholt. Jetzt, mit dem Ausstieg von Kraayvanger, ist seit dem 1. April erstmals ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestiegen. Es ist Thomas Selders aus Kevelaer, den der 68-Jährige so noch einarbeiten konnte. „Das hat Spaß gemacht. Ich hatte gute Kollgen. Der Abschied wird mich sicherlich berühren“, sagt Kraayvanger. Langweilig sollte es ihm nicht werden. Es wird eher ein Unruhestand. Denn in seinem Heimatort Mehrhoog ist er nach wie vor stark eingespannt, hat dort die Initiative Mehrhoog hilft aufgebaut, ein Sozialkaufhaus errichtet, ist im Vorstand einer Begegnungsstätte und Ratsmitglied.

Sabine Heynen und ihre Kollegen werden Hans-Jürgen Kraayvanger vermissen: „Er hatte immer ein offenes Ohr und stand hinter einem. Er ist ein Vorbild in der Menschen-Führung. Er sagt den Menschen nicht, was sie brauchen, sondern hört ihnen zu.“

Am Freitag der kommenden Woche, also am 5. Juli wird Hans-Jürgen Kraayvanger im Vereinsheim von Eintracht Emmerich vor geladenen Gästen feierlich verabschiedet. Vielleicht heißt es dann: „Auf los geht’s los. Tschüss!“