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Haltepunkt in Elten: Das Fazit ist positiv

Bahn in Elten : Haltepunkt Elten: Das Fazit ist positiv

Nach mehr als 50 Jahren bekam Elten im vergangenen Jahr wieder einen kleinen Bahnhof, der nun ein Jahr alt wurde. Betreiber und Reisende sind zufrieden. Pendler wünschen sich Infos über Zugausfälle.

„Das ist absolut gut!“, freut sich Jonas Meulemann. Er ist Oberstufenschüler am Berufskolleg in Wesel. Seine Fahrt zum Berufskolleg bestand früher erst mal aus einer halben Stunde Busfahrt zum Emmericher Bahnhof. In Emmerich musste er 20 Minuten auf den Zug nach Wesel warten. „Jetzt bin ich von Elten aus in gut einer halben Stunde da!“ Durch den neuen Haltepunkt in Elten hat sich die Fahrzeit für ihn und seine Mitschüler halbiert.

In Elten hält der RE19, der Regionalexpress von Arnheim nach Düsseldorf. Er fährt stündlich in beide Richtungen.

„Die Haltestelle in Elten war schon lange überfällig!“ meint Vivien Wittenhorst. Sie studiert in Düsseldorf und kommt an den Wochenenden nach Elten. Die Direktverbindung ist für sie ideal. „Man fühlt sich in Elten nicht mehr so abgeschottet von der Welt, sondern angebunden.“ Als der Zug nur bis Emmerich fuhr, musste sie sich oft abholen lassen. Denn der Zug hat oft Verspätung und dann war der Bus nach Elten längst weg. Auch in ihrer Freizeit nutzen Jonas und Vivien gerne die schnelle Verbindung nach Arnheim. „Das dauert jetzt nur noch 20 Minuten“, sagt Jonas. Schneller als mit dem Auto. „Man fühlt sich Arnheim viel näher“, denkt Vivien.

So sah der letzte Bahnhof in Elten aus. Er wurde zu Beginn der 70er Jahre abgerissen. Foto: Mannis Museum

Zuständig für den Haltepunkt Elten ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, kurz VRR. „Es zeigt sich, dass der Haltepunkt vor allem von Reisenden in Richtung Niederlande genutzt wird“, heißt es von dort. Konkrete Fahrgastzahlen kann der VRR nach dem ersten Jahr nicht nennen. „Insbesondere aufgrund der Corona-Situation in den vergangenen Monaten, ist es derzeit nicht möglich verlässliche und belastbare Zahlen zu nennen.“

Während der Corona-Zeit war es am Bahnhof stiller als zuvor. Frank Horn ist Berufspendler und in den letzten Wochen lieber mit dem Auto nach Duisburg gefahren. Jetzt will er wieder regelmäßig mit dem Zug zur Arbeit fahren. „Das ist viel entspannter. Man kann auch  mal was lesen.“

Am liebsten würde er nicht mal mit dem Auto zum Bahnhof fahren, aber weil ihm sein E-Bike da gestohlen wurde, bleibt ihm nichts anderes übrig. „Wie ich gehört habe ist das nicht nur mir passiert. Vielleicht sollte die Bahn in Elten Fahrradboxen aufstellen, wie es sie auch an anderen Bahnhöfen gibt. Oder Kameras.“ Überwacht werden am Bahnhof aber nur die Fahrkartenautomaten, weil bei denen im vergangenen Jahr schon öfter die Displays eingeschlagen wurden.

Andere Pendler kritisieren, dass es keine aktuellen Informationen über Ausfälle und Verspätungen am Bahnhof gibt. Auf der elektronischen Anzeigetafel erscheint nur der Corona-Warnhinweis: Halten Sie Abstand, bleiben sie gesund. Der VRR kennt diese Kritik und arbeitet nach eigenen Angaben mit der Deutschen Bahn an einer Lösung.

Die beiden Bahnsteige in Elten sind nur ein Provisorium. Erst wenn das dritte Gleis für die Betuwe Linie liegt, sollen die Metallmodule verschwinden und feste Bahnsteige gebaut werden. Angepeilt ist die Fertigstellung bis 2025.