Emmerich: Hallen: Vereine müssen zahlen

Emmerich : Hallen: Vereine müssen zahlen

Ab April 2011 wird es in Emmerich eine Hallennutzungsgebühr für Sportvereine geben. Für Training und Wettkämpfe müssen sie dann fünf Euro pro Stunde zahlen – Jugendmannschaften sind ausgenommen.

Ab April 2011 wird es in Emmerich eine Hallennutzungsgebühr für Sportvereine geben. Für Training und Wettkämpfe müssen sie dann fünf Euro pro Stunde zahlen — Jugendmannschaften sind ausgenommen.

Kai Thomas Frisch hat schon einmal nachgerechnet: 3500 Euro, so der Vorsitzende von Basket Emmerich, wird der Verein künftig pro Jahr an die Stadt durch die neue Gebühr bezahlen müssen.

Geld, das der Verein nicht hat. "Bei uns haben die Einnahmen bislang immer gerade so die Ausgaben gedeckt. Jetzt werden wir schauen müssen, wo wir den Rotstift ansetzen können. Aber viel Spielraum gibt es da nicht", sagt er.

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Auch wenn die Hallennutzungsgebühr nur noch halb so hoch wie ursprünglich angedacht ist, bringt sie einige Vereine in Probleme. Allen voran natürlich die, die Hallensportarten ausüben, aber auch die Fußballclubs haben etwa Hallen im Winter gebucht.

Die Frage, die sich allen stellt: Wie soll das Geld für die Gebühr aufgebracht werden? Höhere Mitgliedsbeiträge hält Frisch derzeit für keine gute Idee: "Wenn dadurch Vereinsmitglieder austreten, könnte das eine Spirale in Gang setzen. Dann würden uns wieder Einnahmen fehlen."

20 000 Euro will die Stadt über die Gebühr einnehmen. Sie betrifft ausschließlich den Erwachsenenbereich. Jugendmannschaften und der Schulsport sind davon ausgenommen. Doch dem Sport geht noch zusätzliches Geld verloren. Denn weitere 10 000 Euro stellt die Stadt dem Stadtsportbund für investive Maßnahmen an Gebäuden weniger als bisher zur Verfügung.

Kein Wunder, dass dessen Vorsitzender Rüdiger Helmich empört ist: "Gerade in der Politik ist immer die Rede davon, dass es ohne Ehrenamt nicht geht. Und jetzt soll ausgerechnet der Sport, in dem vieles auf dem Ehrenamt beruht, das städtische Haushaltsdefizit ausgleichen — ein Unding", ärgert sich Helmich. Er bezweifelt zudem, dass die Stadt über diese neue Quelle 20 000 Euro einnehmen kann.

"Die Gebühr wird dazu führen, dass Hallenzeiten zurückgegeben werden. Außerdem muss mit jedem Verein ein Vertrag geschlossen werden. Das ganze Verfahren bis hin zur Kontrolle, wer die Hallen wann tatsächlich nutzt, ist so aufwändig, dass man dazu eigentlich eine Vollzeitkraft benötigt. Und dann bleibt von den erhofften Einnahmen nicht mehr viel übrig", prophezeit der Verbandschef.

In der Tat denken bereits Vereine darüber nach, aus Kostengründen die Hallen weniger zu nutzen. "Zumindest die Zusammenlegung von Hallenzeiten wäre eine Möglichkeit, einen Teil der Kosten wieder aufzufangen", sagt Basket-Chef Kai Thomas Frisch. Der Verein hat eine Herren- und eine Damenmannschaft sowie zwei Hobbymannschaften, die von der Gebühr betroffen sind. Dass auch noch für die vereinseigene Herzsportgruppe die Hallennutzung bezahlt werden muss, ärgert Frisch dabei besonders. Insgesamt hält er die Gebühr für "einen Schlag ins Gesicht" aller, die ehrenamtliche Arbeit leisten.

Aber auch bei Vereinen, die nicht so stark betroffen sind, hält sich die Begeisterung in Grenzen. Der TuS 08 Emmerich-Hüthum muss 2000 Euro bezahlen. "Das gefährdet zwar nicht den Fortbestand des Vereins, tut aber dennoch ganz schön weh", sagt Vorsitzender Tim Köster.

(RP)