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Rees: Haldern: Sicherheit geht vor

Rees : Haldern: Sicherheit geht vor

Nicht erst seit dem Unglück auf der Loveparade achten die Macher des Haldern-Pop-Festivals auf den Schutz ihrer Besucher. Die Sicherheitsstandards werden immer wieder überprüft und angepasst.

Im Jubiläumsjahr wurde es einmal richtig eng. Auf dem Festivalgelände hatte sich nämlich herumgesprochen, dass die Gruppe "Fettes Brot" als Überraschungsgast im Zelt auftreten sollte. Die Folge: Alle eilten zum Zelt, um das Konzert nicht zu verpassen. Da aber längst nicht alle in das Spiegelzelt passten, gab es einiges Gedränge am Eingang und Ärger mit denen, die nicht reinkamen.

Erfahrungen, nach denen die Veranstalter im nächsten Jahr direkt umplanten. Am Spiegelzelt ist jetzt ein Biergarten eingerichtet, außerdem gibt es eine Leinwand, so dass draußen keiner verpasst, was im Zelt abgeht.

"Wir stellen jedes Jahr unser Sicherheitskonzept auf den Prüfstand, um zu sehen, was optimiert werden kann", sagt Stefan Reichmann vom Festivalteam, und das Thema "Sicherheit" ist nach der Katastrophe bei der Loveparade auch in Haldern in den Fokus gerückt.

"Natürlich sind wir nicht mit der Loveparade zu vergleichen, aber wir haben auch immer im Auge, was anderswo passiert", sagt Reichmann. So schafften die Halderner im Jahr 2000 die beliebte Sause auf der Bühne ab, nachdem es kurz zuvor beim Rockfestival im dänischen Roskilde Tote gegeben hatte.

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"Größe ist nicht alles"

Risiken vermeiden, den größtmöglichen Sicherheitsstandard und vor allem eine entspannte Atmosphäre bieten, das seien schon immer die Maxime in Haldern gewesen. "Wir haben immer betont: Größe ist nicht alles und haben daher konsequent Nein dazu gesagt, unser Festival größer werden zu lassen", sagt Reichmann. Es habe sich gezeigt, dass das die richtige Entscheidung gewesen sei.

Gleichzeitig überlegt das Team jedes Jahr, was noch verbessert werden könne. In diesem Jahr etwa werden die Parkplätze in der Nähe des Eingangs abgeschafft. Dadurch gibt es noch mehr Fläche am Einlass. Auch soll auf dem Zeltplatz noch genauer kontrolliert werden, dass nur Fans mit Tickets dort übernachten.

Am Konzept mit nur einem Eingang halten die Veranstalter fest. "Hier hat es noch nie Probleme gegeben", sagt Reichmann. Das liegt auch daran, dass es nicht "den" Headliner gibt, der plötzlich die Massen vom Zeltplatz auf das Gelände zieht. Das Sicherheitspaket in Haldern ist im Laufe der Jahre gewachsen und habe sich bewährt. Eng arbeitet das Festivalteam mit Polizei und Stadt zusammen. Auch die Security-Mannschaft in Haldern ist seit Jahren dieselbe. "Da weiß jeder, was zu tun ist. Das sind über Jahre gewachsene Strukturen."

Zudem gehen die Festivalmacher davon aus, dass nach dem Vorfall auf der Loveparade die Fans noch rücksichtsvoller sein werden. "Viele sehen Haldern ja als ihr Festival an und tun alles dafür, dass es hier eine entspannte Atmosphäre gibt."

(RP)